Aus dem Griechischen und herausgegeben von Doris Wille. Eine facetten- und kenntnisreiche Kultur- und Sozialgeschichte des Strickens (und Häkelns), die viele überraschende Aspekte, historische Ereignisse und gesellschaftlich-politische Entwicklungen zum Vorschein bringt und dabei stets einen Funken Humor beimischt: Betrachtet werden etwa die rebellischen Seiten des Handwerks anhand von Frauengestalten der Mythologie, den tricoteuses der Französischen Revolution oder den Künstlerinnen der Gegenwart, der kontemplative Charakter des Strickens als Selbstfindung, die Überwindung von Rollenklischees durch strickende Männer wie Präsident Roosevelt oder die Verflechtung des Strickens mit der Musik, der Lyrik, der Mathematik und der Ökologie.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 30.12.2021
Nachdrücklich empfiehlt Rezensentin Edelgard Abenstein Katerina Schinás Kulturgeschichte des Strickens. Dass Stricken, im Zweistromland oder in Ägypten erfunden, zunächst als Männerarbeit galt, lernt sie von der griechischen Journalistin ebenso, wie sie hier erfährt, dass das Stricken seinen Status als "kompliziertes" Handwerk erst im Zuge der Industrialisierung verlor. In dem, wie die Kritikerin findet, "prächtigen" Buch liest sie zudem von strickenden Samurai, den Strickklubs der Suffragetten oder den "Tricoteuses", die während der Französischen Revolution jubelnd und strickend die guillotinierten Köpfe zählten. Natürlich findet auch das Stricken in der Kunst oder unter AktivistInnen hier seinen Platz, ergänzt die Rezensentin. Nicht zuletzt verdankt sie diesem so kenntnisreichen wie flüssigen Essay manch wunderbares "Trüffelstück", von dem sie bisher nichts wusste.
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