Der programmatische Gedanke, menschliches Leben durch gezielte Eingriffe verbessern zu können, hat seit der Entstehung der neuzeitlichen Wissenschaften Konjunktur. Das wissenschaftlich-technisch begründete Programm, Menschen machen zu können, reicht von minimalen Manipulationen bis hin zu umfassenden medizinisch-invasiven oder psychotechnischen Eingriffen. Die Implikationen dieser zwiespältigen Fortschrittsgeschichte sind bis heute unzulänglich untersucht worden. Optimierungen des Humanen und damit verbundene Normierungen der Lebens- und Handlungspraxis transformieren den Menschen und unser Bild vom Menschen in vielfältiger Weise. Die Beiträge in diesem Band gehen solchen "Schattenseiten" von Optimierungsprogrammen nach.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.10.2012
In dem Sammelband "Menschen machen", den Anna Sieben, Katja Sabisch-Fechtelpeter und Jürgen Straub herausgegeben haben, widmet sich eine Reihe von Autoren dem Sinn und Unsinn von "Human Enhancement", erklärt Thomas Thiel, wobei unter 'Enhancement' die technische oder medizinische Steigerung der Leistungsfähigkeit verstanden werde. Dem Rezensenten fällt die Gewichtung etwas zu einseitig aus: obwohl die Herausgeber sich das Ziel gesetzt hatten, Positives wie Negatives gleichermaßen zu berücksichtigen, überwiege die Kritik maßgeblich. Überzeugende Antworten darauf, ob der Nutzen die Risiken rechtfertigen könnte (oder eben nicht), findet Thiel in den Beiträgen nicht, und sogar die kritischen Stimmen verbleiben "durchgängig in Funktionskleidung", meint er.
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