Aus dem Englischen von Kathrin Razum. Colleen ist siebzehn und möchte die Welt verändern. Ihre Mutter Beverly, die seit dem Tod ihres Mannes mit der Liebe für ihre rebellierende Tochter ringt, sieht ratlos zu, wie diese aus ihrem Zuhause in Kanada Richtung USA flieht. Während Colleen in Louisiana dem Abenteuer und der fixen Idee nachjagt, einen Alligatorzüchter zu finden, den ihre Tante, die lebenshungrige Filmemacherin Madeleine, einst bei einer fast tödlichen Aktion gefilmt hatte, versucht Beverly neben den Erinnerungen an ihr altes Leben einen neuen Platz zu finden. Lisa Moore erzählt von drei ungewöhnlichen Frauen, die die Menschen, die sie am meisten lieben, verlassen - oder von ihnen verlassen werden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.08.2013
Nicht einfach durchschaubar erscheint uns, was Rezensent Martin Zähringer da gelesen hat. Es geht um Gewalt in den von Lisa Moore mit Mitteln des Cut-up, wie Zähringer schreibt, präzise arrangierten Geschichten und Einzelschicksalen und Beziehungen. Ihren dramatischen Zusammenhang muss Zähringer zwar selber finden, doch das genügt ihm nicht. Am Ende stößt er doch wieder auf eine wohlkalkulierte Geschichte, enttäuscht. Zähringer nämlich hält das Cut-up für eine lohnenswerte Sache, die immer neue Perspektiven schafft. Das virtuose Erzählen der Autorin hätte er gern gegen ein riskanteres eingetauscht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.06.2013
Der Short Cuts-Stil der Debütantin Lisa Moore scheint Katharina Teutsch zu gefallen. Dass die Autorin ihre Romanfiguren (Pechvögel allesamt) und Handlungen nur in Momentaufnahmen "anspielt" und sie dann sich selbst und der Leserfantasie überlässt, verführt Teutsch wenigstens nicht dazu, vorschnelle Urteile zu fällen. Was im neufundländischen St. John's so an Merkwürdigem passiert, genügt der Rezensentin so in seinem "unaufdringlichen Zusammenhang", impressionistisch und ohne Happy End.
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