In der deutschen Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts spielt der Themenkomplex Exil eine zentrale Rolle. Gegner des Wilhelminischen Obrigkeitsstaates und Kritiker der Kriegsführung im Ersten Weltkrieg wanderten aus, beispielsweise in die Schweiz. Die nationalsozialistische Ausgrenzungs- und Verfolgungspolitik gegen alle vom Regime Unerwünschten führte dann zu einer großen Fluchtbewegung in die Nachbarländer, in die Sowjetunion, nach Übersee. Oftmals wurden Flucht und Exil zu einer nicht enden wollenden Odyssee. Wolfgang Benz greift in den hier erstmals in einem Buch vorliegenden Aufsätzen und Vorträgen wesentliche und auch bisher wenig bekannte Aspekte des Themas auf und vermittelt einen Überblick über das Exil bis in die Nachkriegszeit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 27.08.2001
Als sehr schwierige Aufgabe bezeichnet der Rezensent Wolfgang Schopf, was Wolfganz Benz sich mit diesem Sammelband vorgenommen hat: die Verknüpfung von Holocaust- und Exilforschung, die Darstellung beider Komplexe als "Komplementärphänomene". Das Unterfangen ist Benz nach Meinung des Rezensenten gelungen. Vor zehn Jahren, so Schopf, hat Benz mit seinem Buch "Das Exil der kleinen Leute" erstmals weniger die berühmten als die große Zahl der unbekannten Exilanten in den Blick genommen. Im Mittelpunkt stehen nun Fragen nach den Ursachen und Umständen der Flucht, der gelungenen oder misslungenen "Akkulturation". Besonders reizvoll am neuen Band findet der Rezensent die "verschiedenen Perspektiven", die er eröffnet.
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