Hortensien, Mohn und Frauenschuh, Lilien und Pelargonien - die reiche Beute von Pflanzenjägern verwandelte europäische Gärten in blühende Paradiese, brachte Exoten in Gewächshäuser und Wintergärten. Ohne diese Mitbringsel sähen unsere Fensterbänke und Balkone trostlos aus. Wer waren diese Männer und Frauen, die auf ein bequemes Leben verzichteten, statt dessen unter Lebensgefahr und großen Strapazen unerforschte Regionen jenseits der Ozeane durchkämmten, um neue Pflanzen zu entdecken? Die beiden Autorinnen zeichnen hier farbige Porträts großer Pflanzenjäger, die aufbrachen, um "grünes Gold" zu erbeuten...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.04.2003
Kej Hielschers und Renate Hückings Porträtsammlung "Pflanzenjäger" hat dem "sct." zeichnenden Rezensent außerordentlich gefallen. Der Band zeichnet sich seiner Ansicht nach durch eine Reihe "filigraner Lebensbilder" jener Pioniere aus, "die weder halsbrecherische Seereisen noch Cholera noch wilde Tiere fürchteten, um ihre Gier nach exotischen Gewächsen zu stillen." Nebenbei erfahre man, wie der Augenarzt Franz von Siebold den Raub der Glyzinie aus Japan bewerkstelligte oder wo der Dichter Adelbert von Chamisso die schwarze Glockenblume erbeutete. Die Autorinnen erzählten "anschaulich, historisch versiert und schwungvoll" von den neuzeitlichen Jägern und Sammlern, "die an den Rändern der Zivilisation nach grünem Gold gruben", freut sich der Rezensent. Fazit des Rezensenten: eine "verschwenderische Kulturgeschichte der verlorenen Paradiese".
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 12.12.2002
Sei es aus finanziellen Gründen oder aus Leidenschaft, "Pflanzenjagd ist eine Gier, die Menschen in alle Ecken der Welt treibt". Das hat die Rezensentin Elke von Radziewsky im Kej Hielschers und Renate Hückings Buch erfahren. "Acht wunderbar lesbare Porträts von deutschen Pflanzenjägern" haben die beiden Journalistinnen geschrieben, so die Rezensentin, und in einen "liebevoll gestalteten" Band gebettet. Darunter befinde sich auch die Lebensgeschichte der legendären Naturaliensammlerin Amalie Dietrich, um die sich viel Erfundenes gesponnen habe.
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