Berlin in den Goldenen Zwanzigern
Ein jüdischer Bankier wird erschlagen im Hausflur seiner Geliebten aufgefunden. Kommissar Ariel Spiro ist gerade aus der Provinz nach Berlin gezogen und übernimmt direkt seinen ersten Fall. Zunächst deuten die Ermittlungen auf ein politisches Motiv hin. Doch auch die wohlhabende und exzentrische Familie des Toten gibt Spiro Rätsel auf.
Schon bald gerät der junge Kommissar in den Sog der Metropole, getrieben vom schnellen Rhythmus und mitgerissen vom rauschenden Berliner Nachtleben. Als er sich von der faszinierenden Tochter des Toten magisch angezogen fühlt, muss Spiro aufpassen, dass ihm der Fall nicht entgleitet.
Kerstin Ehmer zeigt das Berlin der Weimarer Republik in all seinen Facetten. Schillernde Bars und sexuelle Freiheit charakterisieren die Großstadt genauso wie Antisemitismus und die schwelenden Vorboten des Nationalsozialismus.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.11.2017
Volker Kutscher hat die Zwanzigerjahre für den Kriminalroman populär gemacht, und so greift Rezensent Jens Bisky auch gern zum Krimidebüt der Fotografin und Victoria-Bar-Betreiberin Kerstin Ehlers. Sympathisch findet er ihren Kommissar Ariel Spiro, den es aus der Provinz ins wilde Leben Berlins verschlagen hat. Allerdings ist er mit dem "Weißen Affen" dennoch nicht glücklich geworden. Zu schleppend kommt für seinen Geschmack die Ermittlung in die Gänge, und die Schilderungen Berlins erscheinen ihm auch zu angelesen und recherchiert.
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