Kerstin Hensel

Die Glückshaut

Roman
Cover: Die Glückshaut
Quintus Verlag, Berlin 2024
ISBN 9783969820841
Gebunden, 176 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Im Jahr 1804 kommt im Erzgebirge Minna Leichsenring auf die Welt - in einer Glückshaut. Dem medizinischen Phänomen wird die Kraft zugesprochen, ein glückerfülltes Leben zu garantieren. Doch es ist keine glückliche Fügung, dass Minna von ihrer Mutter im Wald ausgesetzt wird. Dort trifft sie auf sieben Bergknaben, mit deren letztem sie später einen Sohn zeugt. Dieser, Johannes geheißen, wird Henkersknecht und verschwindet aus dem Leben seiner Mutter. Auf der Suche nach dem verlorenen Sohn, ihrem ganzen Glück, wird Minna auf ungewöhnliche Proben gestellt. Die Geschichte spinnt sich fort: vom wohlhabenden Johannes, der in Chemnitz eine prächtige Villa bewohnt, über seine Nachkommen, die 1940 in der als Tötungsanstalt missbrauchten "Pflege- und Heilanstalt Sonnenstein" in Pirna Dienst tun, bis hin zu Helma, die am Beginn des 21. Jahrhunderts die verfallene Villa Leichsenring erbt. Deren Teenager-Tochter Elise verweigert sich schließlich wie ihre Vorfahrin Minna der vermeintlichen Normalität ... Kerstin Hensel entwickelt eine Geschichte, in der Traumsequenzen, Zeitsprünge und (Ab)brüche die Grenzen zwischen Realität und Imagination auflösen. Reale historische Ereignisse mischen sich mit Anklängen an die Grimm'schen Kinder- und Hausmärchen, Bergmannssagen und fantastischen Begebenheiten.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 30.03.2024

Kerstin Hensels Protagonistin Minna wird Anfang des 19. Jahrhunderts mit einer Glückshaut geboren - eigentlich ein gutes Omen, weiß Rezensentin Sabine Peters, aber die hellseherischen Fähigkeiten, die sie dadurch erhält, machen sie zu einer Außenseiterin. Die Autorin spielt mit vielen märchenhaften Elementen, so wird Minna von einem "Zwerg" geschwängert und bekommt einen Sohn namens Hans, auch Hänsel genannt, erfahren wir. Ihre Nachkommen irrlichtern im Laufe der deutschen Geschichte hin und her, der Umgang Hensels mit Märchenstoffen ist dabei produktiv-befremdlich, findet Peters, man muss sich beim Lesen darauf einlassen, dass es kein Happy End gibt, sondern komplizierte Beziehungs- und Motivgeflechte. Aber es lohnt sich, versichert die Kritikerin.

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