Als kleines Mädchen hat sich Léa Linster heimlich auf Beerdigungen gefreut: Dann kamen alle aus dem kleinen luxemburgischen Dorf in das Lokal ihrer Familie, es gab ein Festessen, und am Ende tranken alle Schnaps und es wurde lustig. Ihr Kindertraum ging so: "Wenn ich groß bin, soll die Tür von der Küche zum Saal aufgehen, und alle Gäste sollen sagen: 'Aaah, seht nur, da kommt sie!'". Alle ihre Geschwister arbeiteten zu Hause mit, aber als es darum ging, wer das Lokal von ihrem Vater übernimmt, war die Antwort klar. Léa Linster verwandelte die Gastwirtschaft in ein Sterne-Restaurant, gewann zahllose Preise und erhielt als bislang einzige Frau den "Bocuse d'Or". In diesem Buch erzählt sie von ihrer schönen Kindheit, vom schwierigen Verhältnis zu ihrer Mutter, von ihrem geliebten Vater, von glücklichen und unglücklichen Beziehungen und von ihrer großen Liebe Sam - eine hollywoodreife Geschichte. Sie schreibt über die harte Arbeit hinter den Kulissen, die Männerwelt der Spitzengastronomie, das Leben als alleinerziehende Mutter - über kleine und große Fluchten, über Niederlagen und Erfolge, über Handtaschen und Lieblingsdiäten und immer wieder über Genuss und die Freude, zu gutem Essen zu verführen.
Die Lebensgeschichte der Sterne-Köchin Léa Linster überrascht Rezensentin Cosima Lutz mit einer Enthüllung: Gute Köche sind Magier, und zwar mit Leib und Seele und vor allem mit Köpfchen. Was es außer handwerklichen Fähigkeiten noch so braucht, um am Herd zu Meisterschaft zu gelangen, erfährt die Rezensentin hier. Rezepte runden die Lebensgeschichte ab, meint sie.
Ursula März wäre gerne Léa Linster. Oder wenigstens so ausgeglichen wie sie. Denn trotz all der Plackereien in der Küche, die Linster in ihrer Biografie "Mein Weg zu den Sternen" mit Hilfe Kerstin Holzers beschrieben hat, wirkt die Sterneköchin irgendwie mit sich und der Welt im Reinen, findet die Rezensentin. Das mag daran liegen, dass Linster immer schon das getan hat, was sie glücklich macht, nämlich Kochen, so März, und das immerhin so erfolgreich, dass sie das Provinzbistro, das ihr Vater ihr hinterlassen hat, inzwischen zu einem renommierten Sternerestaurant gemacht hat, weiß die Rezensentin.
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