Am 10. Juli 2009 feiert die protestantische Welt den 500. Geburtstag von Johannes Calvin. In seinem Geburtstagsjahr wird sich endgültig herumsprechen, dass Calvin (1509 - 1564) die Reformation ebenso vorangebracht hat wie Luther. Und nicht nur im theologischen Sinn. Er veränderte das Leben seiner Zeitgenossen und er prägt noch das unsere. In Genf inspirierte und gründete er ein eigenwilliges Gemeinwesen, in dem strikte Gottesfurcht herrschte, aber auch die Vorform eines demokratisch-transparenten Staates. Der neuzeitliche Individualismus, die protestantische Arbeitsmoral, der Kapitalismus alles ohne Calvin nicht denkbar. Klaas Huizing erzählt aus Leben und Werk des zweiten großen Reformators. Und er bleibt nicht im 16. Jahrhundert stehen, sondern gibt seinen Lesern Einblick in die jahrhundertelange Wirkungsgeschichte des Calvinismus.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2009
Als "erfrischende kleine Schrift" preist der Rezensent Jürg Altwegg dieses Buch des Theologen und Schriftsteller Klaas Huizing, der hierin die zeitgenössiche Calvin-Rezeption verfolgt. Max Weber kommt dabei ebenso zur Sprache wie Bill Wattersons Comic "Calvin und Hobbes". Außerdem, erfahren wir, erklärt der Autor Calvin zum "Vorkämpfer der Demokratie", wenngleich der Reformist von dieser "keine lupenreinen Vorstellungen" gehabt haben mag. Das alles kommt wunderbar leicht daher, findet Altwegg, ohne dabei seine Gründlichkeit einzubüßen.
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