Klaus Behling

Spione in Uniform

Die Alliierten Militärmissionen in Deutschland
Cover: Spione in Uniform
Hohenheim Verlag, Stuttgart 2004
ISBN 9783898501217
Gebunden, 328 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Klaus Behling beschreibt in seinem Buch über die Militärmissionen der Siegermächte im besetzten Deutschland ein dramatisches Stück der Nachkriegsgeschichte. Wofür Amerikaner, Briten, Franzosen und Sowjets die Missionen nutzten, wurde mehr als vierzig Jahre lang sorgsam vor den Augen der Öffentlichkeit verborgen. Nicht zuletzt deshalb ist die Tätigkeit der Militärmissionen heute nicht nur beim Publikum, sondern auch bei den Medien fast vergessen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.02.2005

Interessant erscheint Annette Weinke dieses Buch, in dem der frühere DDR-Diplomat Klaus Behling die knapp vierzigjährige, heute fast vergessene Geschichte der Militärischen Verbindungsmissionen (MVM) in Erinnerung ruft. Wie Weinke berichtet, richteten Sowjets, Amerikaner, Briten und Franzosen 1947 Missionen im jeweils anderen deutschen Teilstaat ein. Diese Missionen erhielten nicht nur den Status der Exterritorialität, zu den Sonderregelungen zählte auch, dass ihre Angehörigen von der deutschen Gerichtsbarkeit befreit waren und weder Steuern noch Zölle zu entrichten hatten. Behling verdeutliche an vielen Beispielen, dass die Existenz der Verbindungsmissionen das gesamte Dilemma des "kalten Krieges" wiederspiegelte: So waren die früheren Verbündeten einerseits darauf bedacht, sich einen maximalen Bewegungsspielraum für militärische Aufklärungsoperationen zu sichern, andererseits quittierten sie jede noch so kleine Veränderung des Status quo mit offiziellen, zunehmend ritualhaft wirkenden Protesten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.01.2005

Für überflüssig erklärt Detlef Kühn dieses von einem ehemaligen DDR-Diplomaten verfasste Buch über die Rolle der alliierten Militärmissionen in Deutschland. Es fuße nämlich im Wesentlichen, begründet Kühn seine ablehnende Haltung, auf eine vor vier Jahren erschienene Untersuchung der Historikerin Dorothee Mußgnug, die gestützt auf zugänglich gewordene Quellen aus den Archiven der Alliierten und der Stasi, "viel Licht in das Dunkel" der Geschichte des Kalten Krieges habe bringen können. Über dieses Buch hinausführende Quellen - in Russland oder beim BND - habe Behling nicht aufgetan, konstatiert Kühn; stattdessen reichere Behling sein angelesenes Wissen mit Ausführungen über das geteilte Deutschland oder die Viersektorenstadt Berlin an, die mit dem eigentlichen Thema nicht viel zu tun hätten, zitiere hier und da ein paar anonyme Gesprächspartner und werte einige Zeitschriftenartikel über die Lage der Geheimdienste nach 1990 aus; alles ein bisschen dürftig, lässt Kühn durchblicken.

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