Nach alter Anschauung besitzen Worte und Sprache eine "magische" Suggestivkraft, die in den gängigen Studien zur Kommunikation bislang nur geringe Aufmerksamkeit fand, obwohl sie nach wie vor, wenn auch mehr unbewusst als bewusst, genutzt wird, ja in bestimmten Bereichen der Interkommunikation von hochaktueller Bedeutung ist. Den verschiedenen Formen und ihren Bezügen untereinander, der ? früher sehr bewussten ? Verwendung von Wort und Sprache durch die Mittel der Modulation, Metaphorik, Reimung, kunstvollen Rhetorik und vor allem der Formalisierung in Zaubersprüchen, Sprachetikette, Ritual, Poesie und Satire geht systematisch nach.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.10.2001
Eine recht launige Kritik hat Burkhard Spinnen diesem Buch gewidmet. Für ihn hat es etwas "Sommersemester-Übersichtsvorlesungshaftes", und er vermutet, dass Professor Müller hier angenehm plaudernd ein paar Grundlagen seiner Wissenschaft an seine Studenten und nun auch seine Leser weitergereicht hat. Gern möchte Spinnen auch an das "Allgemein-Menschlichen" von Eloquenz und Kommunikation glauben, das Müller mit vielen Details aus unterschiedlichsten Quellen zu belegen scheint. Aber bei Angeregtheit im Detail hat Spinnen doch auch einen ganz grundsätzlichen Einwand: Die Menschen verstehen sich, gewiss, aber doch immer nur innerhalb einer Kultur. Das Verstehen über kulturelle Grenzen hinweg aber scheint nicht zu den Themen von Müllers Sommerseminar gehört zu haben. Und darum wünscht sich Spinnen nach dieser Ethnologie der Eloquenz ein weiteres Sommerseminar über eine "Ethnologie des Missverstehens".
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