Klaus Mathis

Effizienz statt Gerechtigkeit?

Auf der Suche nach den philosophischen Grundlagen der Ökonomischen Analyse des Rechts
Cover: Effizienz statt Gerechtigkeit?
Duncker und Humblot Verlag, Berlin 2003
ISBN 9783428115211
Broschiert, 219 Seiten, 74,00 EUR

Klappentext

Die "Ökonomische Analyse des Rechts" stellt den Versuch dar, anhand der Konzepte und Denkweisen der modernen Wirtschaftstheorie zu einem tieferen Verständnis rechtlicher Probleme zu gelangen. Nach Richard A. Posner ist es die Aufgabe des Rechts, den Wettbewerb auf den Märkten zu fördern und dort, wo der Markt wegen zu hoher Transaktionskosten nicht funktioniert, das Ergebnis von Wettbewerbsmärkten zu simulieren. Dadurch würden die wirtschaftliche Effizienz und der Reichtum der Gesellschaft maximiert. Der Jurist und Ökonom Klaus Mathis setzt sich in seiner Arbeit aus rechtsphilosophischer Perspektive mit Posners normativer Begründung des Effizienzparadigmas auseinander. Dieser beruft sich auf Adam Smith und Jeremy Bentham, die er als die Begründer der normativen Ökonomie betrachtet. Von Smith übernimmt er den Glauben an den Markt als ideales Allokationsmodell und von Bentham den ethischen Konsequenzialismus. In Anlehnung an die Vertragstheorie von John Rawls versucht Posner schließlich, das Effizienzziel konsenstheoretisch zu legitimieren. In seiner interdisziplinären Studie zeigt der Autor die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen der ökonomischen Rechtsanalyse auf.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.06.2005

Dieses Buch hat, stärker noch als der Titel es andeutet, eine Agenda. Es geht dem Autor Klaus Mathis darum, für die in den USA durch das Wirken des Juristen Richard Posner schon weit vorangekommene "Law and Economics"-Bewegung auch in deutschen Universitäten Boden zu gewinnen. Diese Bewegung will nichts anderes als eine Übertragung ökonomischer Theorie ins Recht. Auf "rational choice"-Prämissen aufruhend, soll dabei auch in der juristischen Theoriebildung der Begriff der "Effizienz" ins Zentrum rücken, da alle Gerechtigkeit ohne ökonomische Effizienz eben nichts sei. Der Rezensent Peter Nobel, Rechtsanwalt und Professor an der Universität von Sankt Gallen, schlägt sich ohne Einschränkungen oder kritische Anmerkungen auf die Seite des Autors und lobt insbesondere die Universität von St. Gallen, die nicht nur viele der von Mathis erhobenen Forderungen in einem Studiengang bereits umgesetzt hat, sondern noch in diesem Jahr eine Tagung zum Thema veranstalten wird. 

Beliebte Bücher

Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…