Klaus-Peter Jörns spricht aus, was viele denken: Es gibt Traditionen des Christentums, die heute nicht mehr glaub-würdig sind und von denen man sich verabschieden muss. In diesem Buch macht Jörns sein Anliegen konkret im Blick auf die wichtigsten öffentlichen Vollzüge der Kirche: den Gottesdienst und das Abendmahl. Jörns lehnt die Vorstellung ab, der Tod Jesu am Kreuz sei ein notwendiges Opfer zur Versöhnung des zornigen Gottes mit den Menschen gewesen. Darum kann der Gottesdienst nicht die Erinnerungsfeier an dieses Sühneopfer sein. Wie man den Gottesdienst stattdessen verstehen und wie man ihn feiern kann, zeigt dieses Buch. Ein zugleich provozierender und befreiender Entwurf für ein neues Verständnis protestantischer Liturgie.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.04.2007
Bemerkenswert scheint Rezensent Martin Urban dieses Buch des protestantischen Theologen Klaus-Peter Jörns. Die Intention des Autors sieht er in einer kritischen Analyse der eigenen Tradition verbunden mit einem Plädoyer für eine neue Liturgie. Dabei würdigt er vor allem Jörns' Auseinandersetzung mit dem Abendmahl und seine Kritik an der Vorstellung, die Kreuzigung Jesu sei ein notwendiges Opfer zur Versöhnung des Gottes mit den Menschen gewesen. Urban hebt demgegenüber Jörns Neuinterpretation des alten Rituals unter dem programmatischen Titel "Lebensgaben Gottes feiern" hervor. Instruktiv findet er auch Jörns' Ausführungen über seine seit dreißig Jahren mit angehenden Pfarrern und in verschiedenen Gemeinden erprobten Bemühungen, wie man Gottesdienste in Sinne dieser Neuinterpretation konkret feiern kann.
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