Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.02.2005
Die Fälle der beiden Germanisten Hermann Schneider und Gustav Neckel sind der Öffentlichkeit eigentlich bekannt, zumindest seit Erscheinen des Internationalen Germanistenlexikons vor zwei Jahren, hält Frank-Rutger Hausmann fest. Insofern bringen die beiden Fallstudien der Frankfurter Nordisten Klaus von See und Julia Zernack nichts wirklich Neues zum Vorschein, beleuchteten aber auf sehr sachliche Weise die Schwierigkeiten nonkonformer Hochschullehrer, sich den politischen Verhältnissen der NS-Zeit anzupassen beziheungsweise zu entziehen. Akribisch hätten Zernack und von See die Vita, Briefe, Akten, Publikationen der beiden Germanisten rekonstruiert, lobt Hausmann, "um den Grad an Ambivalenz auszuloten", der ihr Verhalten prägte. Seltsamerweise wurde ausgerechnet der nazifreundliche Neckel strafversetzt, während der ideologisch reserviertere Schneider unbehelligt blieb. Das blieb er auch in der Nachkriegszeit, und das Einzige, so Hausmann, was man dem Tübinger Professor Schneider wirklich vorwerfen könnte, wäre, dass er sich über seine Teilhabe am Regime nicht geäußert hat. Ansonsten reichten die recherchierten Fakten nur aus, um ihm höchstens eine "partielle Anpassungsbereitschaft an das NS-Regime" nachzuweisen.
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