Konrad Paul Liessmann

Lob der Grenze

Kritik der politischen Unterscheidungskraft
Cover: Lob der Grenze
Paul Zsolnay Verlag, Wien 2012
ISBN 9783552055834
Gebunden, 208 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

Ohne Grenzen gibt es kein Miteinander, ohne Differenz keine Erkenntnis: Wer als Mensch wissen will, wer er ist, muss wissen, von wem er sich unterscheidet. Und wer das Risiko sucht, muss wissen, wann er die Sicherheit verlässt. In seinem neuen Buch spürt der Wiener Philosoph Konrad Paul Liessmann den Grenzen und Unterscheidungen nach, ohne die weder der Einzelne noch eine Gesellschaft überlebensfähig wären. Immer geht es Liessmann dabei um den Menschen in seiner Zeit, um jene entscheidenden Fragen in Philosophie, Politik und Gesellschaft, die durch die herrschende Ideologie der grenzenlosen Grenzüberschreitungen erst gar nicht gestellt werden. Ein eloquentes Plädoyer für die Kraft der Unterschiede.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.01.2013

Der Wiener Philosophieprofessor Konrad Paul Liessmann hat mit "Lob der Grenze" eine lesenwerte, lehrreiche und "elegante Provokation" geschrieben, meint Rezensent Till Briegleb. Der Kritiker liest in diesem Werk, das überarbeitete Vorträge zu verschiedenen Anlässen versammelt, Liessmanns Vorwurf eines "Pathos der fallenden Grenzen" an eine Gesellschaft, die nicht nur Wirtschafts-, Glaubens- und Leistungsgrenzen stets zu überschreiten versuche, sondern auch im Privaten etwa ihre "Geschlechtsgymnastik" bereitwillig öffentlich ins Netz stelle. Grenzen, so Liessmann, seien aber nicht nur die Voraussetzung von Identität, sondern auch die Voraussetzung für trennscharfes Unterscheidungsvermögen. Anhand von eindrücklichen Beispielen, wie etwa Europa, Freiwilligenarbeit, Nachhaltigkeit oder Lärmbelästigung, lege der Philosoph überzeugend dar, dass fallende Grenzen meist ein "Interesse verschleiern". Insbesondere aber liest der Kritiker in diesem empfehlenswerten Buch ein "Lob der Kritik": Ihre Aufgabe sei es, Grenzen zu erkennen und Unterschiede zu beschreiben.

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