Was ist der Mensch? Lisz Hirn widmet sich in ihrem Essay keiner geringeren als dieser Urfrage der Philosophie. Die Frage, was den Menschen vom Tier unterscheidet, hat von Platon bis Nietzsche oder Foucault die Denker beschäftigt. Wenn wir Tiere nun nicht mehr essen wollen, nicht mehr essen sollen, was bedeutet das für das menschliche Selbstverständnis? Nicht zuletzt Klimakrise und Pandemie haben das Konzept vom Übermenschen ins Wanken gebracht. Stiehlt ihm künstliche Intelligenz nun endgültig die Show? Lisz Hirn entwirft einen neuen Ansatz: eine Anthropologie der Verletzlichkeit - für den Metamenschen zwischen Smartphone und ChatGPT.
Katharina Granzin sucht gemeinsam mit Lisz Hirn nach einem neuen Selbstverständnis des Menschen in seiner Umwelt. Dass wir nicht außerhalb der Welt agieren, sondern als ein Teil davon, wird für Granzin auch deutlich, wenn Hirn über das philosophische Motiv der Abgrenzung zwischen Mensch und Tier nachdenkt. Der Essay ordnet Fragen dazu unter Begriffe wie Essen, Sterben, Handeln, lässt die Rezensentin aber mitunter etwas verloren zurück, auch da Zitate willkürlich im Text stehen und Quellen nicht klar kommuniziert werden, wie Granzin erkärt. Folgen kann und will sie Hirn aber dennoch, wenn die Autorin Ansätze zu einer "neuen Anthropologie" entwickelt, in der auch unser Verhältnis zur Maschine und zur Arbeit neu gedacht wird.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…