Nachdenken über Begriff und Funktionen des Rechts sowie über die Normen, an denen es sich orientieren sollte, hat eine lange Tradition, in der sich für den genauen Betrachter die Geschichte unserer ganzen Kultur wiederspiegelt. Unsere heutige Sicht des Rechts ist Resultat dieser Entwicklung und ohne eine Kenntnis wichtiger klassischer Texte kaum verständlich. Die in diesem Band gesammelten Texte, die von Aristoteles bis zu Rudolf von Jhering und Friedrich Nietzsche reichen, sind nicht nur nach ihrer wirkungsgeschichtlichen Bedeutung, sondern auch nach ihrer Eignung zur Textanalyse im akademischen Unterricht ausgewählt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.07.2000
Der Rezensent mit dem Kürzel "hof" bemängelt, dass in diesem Sammelband einige wichtige Rechtsphilosophen wie etwa Platon und Cicero fehlen. Den Grund für dieses Manko liefert er aber gleich nach. Da die Textauswahl studentischen Bedürfnissen folge, greife Herausgeber Kurt Seelmann, selbst Professor für Rechtsphilosophie, auf Texte zurück, die auf knappem Raum wesentliche Themen zusammenfassen. Als hilfreich für Anfänger bezeichnet der Rezensent das Konzept, Quellentexte in einem Reader zusammenzufassen. So "wirkt auch die komplexeste Thematik leserfreundlich". Dieser Ansatz führe dazu, dass neben Texten von Aristoteles, Kant und "anderen Schwergewichten der Rechtsphilosophie" in diesem Reader auch weniger beachtete Autoren vorkommen.
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