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Martin Heidegger

Vorträge

Teil 1: 1915 bis 1932
Cover: Vorträge
Vittorio Klostermann Verlag, Frankfurt am Main 2016
ISBN 9783465038283
Kartoniert, 562 Seiten, 58,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Günther Neumann. Der hier angekündigte erste Teilband der Martin Heidegger Gesamtausgabe mit dem Obertitel "Vorträge" umfasst von seinen 1915 bis 1932 gehaltenen Vorträgen zehn bisher unveröffentlichte Texte sowie drei Texte, die bislang nur außerhalb der Gesamtausgabe erschienenen sind. Entsprechend Heideggers ausdrücklicher Anweisung, auch alle früheren Ausarbeitungen und Vorarbeiten aufzunehmen, enthält der Band ferner 4 frühere Versionen des für den Übergang zum Ereignis-Denken äußerst wichtigen Vortrages "Vom Wesen der Wahrheit", dessen Endversion er 1943 veröffentlichte. Des Weiteren wird eine "Vorarbeit" zu Platons "Höhlengleichnis" aufgenommen. Mit der Frage nach der Wahrheit befassen sich acht der insgesamt achtzehn aufgenommenen Texte, weshalb diese Thematik einen Schwerpunkt des vorliegenden Bandes bildet.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.12.2020

Eigentlich war es ruhig geworden um Martin Heidegger, bemerkt Rezensent Thomas Meyer, mit der Herausgabe der "Schwarzen Heften" vor sechs Jahren ist das Giftigste verdaut. Umso unverständlicher, ja ärgerlicher erscheint dem Rezensenten nun Günther Neumanns zweibändige Edition von Heideggers Vorträgen: Der erste Band umfasst die Jahre 1915 bis 1932, der zweite die Jahre 1935 1967. Hallo? Ausgerechnet die Jahre 1933 und 1934 fehlen, also auch die berüchtigte Rektoratsrede, in der Heidegger sein Denken mit dem Nationalsozialismus in Einklang zu bringen versucht. Die Erklärungen des Herausgebers kann Meyer nicht nachvollziehen. Auch die Geringschätzung, mit der etwa der Heidegger-Kritiker Dolf Sternberger hier stets nur als D.St. auftaucht, findet der Rezensent unangemessen. Er räumt ein, dass in dem Band viele faszinierende Texte versammelt sind, "Bauen Wohnen Denken" etwa oder "Hegel und die Griechen". Dennoch sieht Meyer angesichts dieser mangelnden Offenheit eine "Verweigerertruppe im Editionsbunker" sitzen, wie er schreibt, die sich auf höhere Befehle zu berufen scheint.
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