Aus dem Amerikanischen von Harry Rowohlt. Kurt Vonnegut erzählt in sechzehn weiteren frühen Geschichten gewohnt scharfsinnig vom amerikanischen Traum der 1950er/60er-Jahre. Da ist zum Beispiel George, der mit einem sprechenden Kühlschrank "Jenny" zusammenlebt; da ist die junge Sekretärin Amy, die sich in einen flüchtigen Bankräuber verliebt; da kommt eine Selbstmordwelle, die sich wie eine Seuche ausbreitet und selbst die angesehensten Wissenschaftler des Landes vor Rätsel stellt...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.12.2012
Hymnisch bespricht Rezensent Oliver Jungen diesen nun unter dem Titel "Hundert-Dollar-Küsse" erschienenen Erzählband mit früher, unveröffentlichter Prosa des im Jahre 2007 verstorbenen Autoren Kurt Vonnegut. Für den Kritiker sind Vonneguts Geschichten Literatur von "purer Sinnlichkeit, vollem Körpereinsatz" und beinahe "verbotener Intensität". Wann etwa habe man in der Gegenwartsliteratur schon einmal von einem personifizierten Zwölf-Millionen-Dollar-Gewinn gelesen, der seiner Besitzerin auf ihr vieles Klagen nur ein "lautes, nasses Furzgeräusch" erwidert, fragt der amüsierte Rezensent, der bei allem Vergnügen über Vonneguts kuriose Gestalten auch immer Einsamkeit, Melancholie und Zivilisationszweifel in den "zupackenden" Erzählungen erkennt. Diese herrlich leicht und feinsinnig beobachteten Geschichten kann der Rezensent nicht zuletzt dank der exzellenten Übersetzung Harry Rowohlts jedem Leser nur unbedingt ans Herz legen - wenn auch mit der Warnung, dass man nach diesen "narrativen Kalorienbomben" schnell süchtig werden kann.
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