Schiller (1759 - 1805), der sich vom Dichter der Freiheit zum Philosophen wandelte und sich als typischer Vertreter der Klassik mit allen Bereichen des Wissens beschäftigte, zählt nach wie vor zu den Größten der deutschen Literatur.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.05.2005
Verblüfft und geradezu ungläubig berichtet der Rezensent Manfred Koch von Kurt Wölfels großem kleinen Schiller-Buch. In der Tat sei es Wölfel gelungen, auf gerade einmal 180 (und dazu noch kleinformatigen!) Seiten "den ganzen Schiller" zu präsentieren: sowohl Schillers Leben als auch sein Werk, und das auch noch "spannend" und "gründlich". Wölfels Werkinterpretationen nennt der Rezensent begeistert "konzentrierte Miniaturen" und betont, wie grundlegend sie Schillers Texte erhellen. Als Beispiel dafür führt der Rezensent den "Wallenstein" an, der mit der "Mehrdeutigkeit" seiner Figuren den unlösbaren "Doppelsinn des Lebens" erfahrbar macht. In dieser Unlösbarkeit schlicht "höhere Tragik" zu sehen, laufe - Wölfel zufolge - an Schillers Reflexion über Geschichte und den Anteil, den bewusstes menschliches Handeln in ihr hat, vorbei.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.04.2005
In seiner Mehrfachbesprechung diverser Publikationen zum Schiller-Jahr hebt Dieter Borchmeyer Kurt Wölfels Schiller-Biografie besonders hervor. Sie ist - sehr zum Bedauern des Rezensenten - nur als Taschenbuch in der dtv-Reihe "Portrait"erschienen, hätte jedoch ein Hardcover verdient, so Borchmeyer. Dieser ist vom analytischen Blick Wölfels, mit dem selbiger sowohl einzelne Lebensabschnitte Schillers als auch auch dessen Werke untersucht, schlichtweg begeistert. "Geistvoll-pfiffig" findet er beispielsweise die Charakterisierung der philosophischen Texte Schillers als "begriffliches Kriegsmanöver".
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 07.10.2004
Rezensent Rolf-Bernhard Essig blickt schon ins Jahr 2005 - zum 200. Todestag von Friedrich Schiller - und berichtet in einer umfassenden Sammelrezension, was es Neues gibt am Horizont der Schiller-Literatur. Dabei hat ihn Kurt Wölfels temporeiche und kompakte Darstellung auf der ganzen Linie überzeugt. Wölfel lasse in erster Linie die Quellen sprechen und beweise neben "stilistischer Finesse" einen "frischen Blick auf die Eigenheiten des Klassikers". Letztere - etwa Schillers "notorische Unzuverlässigkeit" oder auch seine "seltsam zufälligen Heiratsideen" - integriere er gewinnbringend in seine Analyse der Werke, die der Rezensent - mit Ausnahme des etwas "langen" Kapitels über die klassischen Dramen - als "differenziert und sehr anregend" lobt. Insgesamt, so der Rezensent, ist Wölfels Bild von Schiller als "genialischem, manchmal kuriosem Enthusiasten", der zunehmend sicherer die "Zentralprobleme der Moderne" beschreibe, von großem Interesse.
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