Aus dem Schwedischen von Barbara M. Karlson. Laut Wahrscheinlichkeitsrechnung tendiert das Ereignis unserer Existenz gegen Null - und doch sind wir da. Lesen zum Beispiel gerade diesen Text oder gehen durch schneeverhüllte Landschaften im Norden Schwedens spazieren. Mit unserem Hund, der die Fährte eines Wildes aufnimmt, während wir versuchen, uns zu orientieren. Wo bin ich? Und das bei Eis und Schnee! - Schlechte Kontexte sind das, um uns zu helfen! Wir brauchen, so scheint es, Anhaltspunkte, um Klarheit zu gewinnen. Fixpunkte der Orientierung. Logische Operatoren. Alice im Spiegelland weiß bestens darüber Bescheid. Lars Gustafsson, der große Erzähler aus dem Norden, legt einen scharfen Blick auf die nicht weniger scharfen Punkte der Logik und verbindet ihre Aussagen zu einer neuen Perspektive auf die menschliche Existenz.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.11.2011
Fasziniert hat sich Rolf Taschner auf Lars Gustafssons "mathematische Fantasie" eingelassen, in der der Schriftsteller und Philosoph allerlei Welträtseln nachspürt. Die Null als Grenze insbesondere bei den Phänomenen der Zeit und des Zufalls hat es dem Autor angetan und hier findet der Rezensent Sätze, die er am liebsten den Bildungsexperten von heute, die sich für die exzellente Universität einsetzen, ins "Stammbuch" schreiben würde. Exzellenz, so zeigt es Gustafsson am Beispiel der deutschen Universitäten des 19. Jahrhunderts, lässt sich nicht "am Reisbrett entwerfen", sondern ist vom Zufall abhängig und sei er noch so unwahrscheinlich.
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