Dieses Buch stellt die mathematische Logik vom Kopf auf die Füße. Logische Annahmen, die in ihr nur unausdrücklich gemacht werden, macht es ausdrücklich. Es erklärt, warum sie als Theorie eines speziellen inhaltlichen deduktiven Schließens aufgefaßt werden sollte, und zeigt, daß ihre Leistungsfähigkeit systematisch überschätzt wird, wenn man sie als formale oder allgemeine Logik missversteht. Widerlegen läßt sich die längst geradezu klassisch gewordene Ansicht, "mathematische Logik" sei "nichts anderes als eine präzise und vollständige Formulierung der formalen Logik" (Kurt Gödel), nur durch einen Beweis, der zeigt, dass die mathematische Logik ein begrenzter und untergeordneter Teil der deduktiven Logik ist. Der Plan zu diesem Buch war der Plan, einen solchen Beweis zu liefern.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.05.2004
Manuela Lenzen nennt dieses Buch des Bielfelder Philosophen Michael Wolff eine echte Provokation, und ist gespannt auf die Reaktionen der Zunft. Der Logik stehe mit diesem Buch, schreibt sie sogar, "eine Revolution ins Haus". Wolff kehrt, erfährt man, das heute anerkannte Verhältnis von moderner und klassischer Logik, wie es vor allem von Ludwig Frege begründet wurde, um und rüttelt damit nicht zuletzt kräftig am Sockel eines Heiligen der analytischen Philosophie, an dem Gottlob Freges eben. Der entscheidende Punkt des Buches besteht darin, berichtet Lenzen, dass für den Autor, anders als für Frege, die von Aristoteles und seinen Schülern ausgearbeitete Syllogistik "fundamentaler und formaler" ist als die moderne mathematische Logik. Interessanterweise, so erfährt man weiter, bedient sich Wolff zum Nachweis von Fehlern bei Frege derselben Methode, die auch die analytische Philosophie bevorzugt: der Sprachanalyse. Diese Abhandlung warnt die Rezensentin zum Abschluss, sei "kein leicht verdauliches, pädagogisch aufbereitetes Lehrbuch", sondern "ein Traktat, ein Anti-Frege, eine Grundlegung für erst noch zu schreibende neue Lehrbücher".
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