Aus dem Finnischen von Stefan Moster. Finnland 2009: Nach einer gescheiterten Ehe lässt Risto alles hinter sich und zieht sich zurück aufs Land, in das kleine Natursteinhäuschen an der zerklüfteten Küste, das er von seiner Großmutter Saida geerbt hat. Um Ordnung in sein eigenes Leben zu bekommen, beginnt er die Geschichte seiner Familie zu ergründen. Fasziniert von seiner Großmutter, die ihm zu Lebzeiten eher fremd war, taucht er immer tiefer ein in ihr schicksalhaftes Leben ein Leben voller Entbehrungen zur Zeit des finnischen Bürgerkriegs 1918. Nach und nach findet er mehr heraus über Saida, die Anfang des 20. Jahrhunderts als Tochter eines Predigers geboren wurde, über ihre Kindheit im Schatten des herrischen Vaters, über ihre Ehe mit Sakari, in der sie erst etliche Hindernisse überwinden mussten, ehe sie zueinanderfanden, und über das dunkle Geheimnis, das Saida mit ins Grab nahm.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 07.10.2014
Vier Romane stellt Sylvia Staude vor, die sich mit den drei großen Kriegen im Finnland des 20. Jahrhunderts beschäftigen: Der finnische Bürgerkrieg zwischen Roten und Weißen 1918, der äußerst brutal geführt wurde und das kleine Land fast zerriss, der Winterkrieg 39/40 gegen die Russen, und der Zweite Weltkrieg, in dem die Finnen die Nazis unterstützten, um die Russen aus ihrem Land zu vertreiben. Leena Landers im Original 2010 erschienener Roman "Eine eigene Frau" beginnt mit einem Hochverratsprozess 1918 gegen einen Kommunisten und erstreckt sich zeitlich bis ins Heute, erzählt die Rezensentin. Ihre Figuren sind nicht nur Spielbälle im kriegerischen Geschehen, sie haben Interessen und Leidenschaften. Psychologie ist allerdings nicht Landers Stärke, bemerkt die Rezensentin, ihre Figuren erinnern sie eher an naive Malerei. Dennoch hat der Roman Staude offenbar gefesselt. Und harmlos, versichert sie, ist er auch nicht.
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