Der Philosoph Leon Joskowitz entfaltet in diesem Buch eine einfache Idee: Das Kochen hat uns zu Menschen gemacht. Das Kochen und die Küche sind nicht zum Menschen hinzugekommen wie das Rad, die Schrift oder andere Techniken. Im Gegenteil sind die Zubereitung von Nahrung und das Leben am Feuer sowohl die Voraussetzung als auch die grundlegenden Elemente von menschlicher Kultur. Wir sind Teil einer kulinarischen Lebensform. Die ältesten Spuren kochender Menschen sind rund 800 000 Jahre alt und somit viel älter als der Homo sapiens. Am Feuer haben Menschen gelernt, ihre Nahrung zu teilen und einander Geschichten zu erzählen. Nicht zuletzt ihre eigene: die Geschichte eines sprechenden Tieres, das sich von allen anderen Tieren unterscheidet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 20.07.2023
Die FR lässt dieses Debüt des Philosophen Leon Joskowitz von dem polnisch-deutschen Schriftsteller Artur Becker besprechen. Und der ist angetan. Denn wenn ihm Joskowitz vom Kochen aus anthropologischer Perspektive erzählt, erhält der Kritiker nicht nur eine ganz "andere Geschichte der Menschwerdung", sondern er folgt auch manch "kühnem" Gedankengang: Becker liest, dass bereits die Homini vor etwa 800.000 Jahren anfingen zu kochen, lernt allerhand über die Erfindung von Schneidewerkzeugen und Jagdtechniken, aber auch über den Zusammenhang zwischen der Entwicklung des menschlichen Geistes und des Kochens. Dass dem Kochen ein ähnlicher Zauber innewohnt wie unserem ganzen Dasein, kann ihm Joskowitz in diesem, wie Becker findet, "fabelhaften" Debüt überzeugend darlegen.
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