Wie werden wir in Zukunft arbeiten? Künstliche Intelligenzen und Roboter übernehmen schon jetzt immer mehr Aufgaben und sorgen für Existenzängste, die in die Hände von Populisten spielen. Dabei sollten wir die Zukunft der Arbeit nicht dem Markt überlassen - sie ist eine Frage der politischen Gestaltung, die gerade jetzt couragiert beantwortet werden kann. Arbeit hält Gesellschaften zusammen, sie ist etwas fundamental Menschliches, und die Philosophin Lisa Herzog zeigt, wie sie in digitalen Zeiten gerechter und demokratischer werden kann, als sie es je war - für alle, nicht nur für wenige Privilegierte.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 22.06.2019
Rezensentin Carolin Born bekommt mit dem Buch der Professorin für Politische Philosophie Lisa Herzog Stoff zum Nachdenken. Wie sich die Arbeit gerechter gestalten lässt, um ihre Bedeutung als soziale Kraft zu stärken, erläutert ihr die Autorin in ihrem Plädoyer für eine andere Arbeitswelt mit demokratischen Strukturen. Gegen den Geniekult der Tech-Wirtschaft entwirft die Autorin laut Born ein Szenario, in dem Arbeitnehmer in die Entscheidungsprozesse der Unternehmen miteingebunden sind. So schön diese neue Arbeitswelt Born auch erscheint, so fraglich erscheint ihr allerdings die Umsetzung gegen die Interessen der Unternehmen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.04.2019
Stephan Lessenich findet das Plädoyer der politischen Philosophin Lisa Herzog für eine soziale, partizipative Arbeitswelt prinzipiell richtig. Arbeit als integrativer Faktor und öffentliches Anliegen, wie es Herzog darstellt, das leuchtet Lessenich ein. Weniger überzeugend findet er, dass die Autorin den privaten Sektor der Arbeit außer acht lässt und Antagonismen eher meidet. Die reale Arbeitswelt mit ihren Zwängen und Herrschaftsverhältnissen kommt im Buch gar nicht vor, wundert sich Lessenich. Sollte sie aber, meint er, um die Höhe der Hürde hin zu Herzogs fantastischer neuer Arbeitswelt zu ermessen. So bleibt das Buch für Lessenich eine schöne Vision ohne politische Tiefe.
Christoph Fleischmann entnimmt Lisa Herzogs Überlegungen zur Gestaltung der Arbeitswelt viele interessante Gedanken, denn die Autorin sieht in der Digitalisierung sowohl Gefahr als auch Chance. Gefährlich werde sie der Autorin zufolge durch die Tendenz zur Monopolbildung in der digitalen Ökonomie, womit eine ungeahnte Konzentration von Kapital und Macht einhergehe. Eine Chance sieht sie aber auch in der möglichen Demokratisierung von Unternehmen, berichtet der Rezensent. Denn bisher sei die hierarchische Struktur mit hohen Transaktionskosten der Mitbestimmung begründet gewesen, die jetzt wegfallen würden. Das findet Fleischmann interessant, hätte aber gern mehr darüber erfahren. Auch die Verbindung zu alternativen Eigentumsstrukturen hätte Herzog ruhig noch weiter ausarbeiten können, meint er.
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