Aus dem kanadischen Englisch von Kathrin Razum. Lisa Moores Erzählungen handeln nur auf den ersten Blick von Alltäglichkeiten: Da sind Eleanor und Philipp auf einer Gartenparty - die ihre ganze Ehe auf den Prüfstand stellt. Da ist Melody, die nach einer durchtanzten Nacht in die nächstgelegene Stadt trampt - für eine Abtreibung. Und da sind Lyle und seine Tochter Alex, die einen Tag an der Küste Neufundlands verbringen - der Beginn eines neuen Kapitels. Mit ihrem Gespür für die Tiefe, die in vermeintlich belanglosen Augenblicken steckt, stößt die kanadische Erzählerin in das Geheimnisvolle menschlicher Beziehungen vor.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 17.11.2020
Rezensentin Meike Feßmann begegnet lauter prekären Paarverhältnissen in den hier versammelten, von Kathrin Razum "gelungen" übertragenen Geschichten der Kanadierin Lisa Moore. Das Leben als Experiment zeigt die Autorin mit Sinn für die "turning points" im Dasein ihrer Figuren, erläutert Feßmann. Geschickt im Komprimieren von Settings, im Schlagen weiter "Lebensbögen" und im Erzählen von erstem Sex und erster Liebe, vermittelt die Autorin laut Feßmann aber auch das in der Tiefe arbeitende Unbewusste, das zu rasanten Bewusstseinsveränderungen führen kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.10.2020
Rezensent Andreas Platthaus sind die Geschichten von Lisa Moore nahe. Als Beispiel für eine kanadische Literatur über die Luxusprobleme einer ethnisch homogenen Gesellschaftsschicht im neufundländischen St. John's scheint ihm der Band empfehlenswert, denn: Ihre "dezidiert westlichen" bürgerlichen Dramen um Integrität, Liebe und Beziehungen entwickelt die Autorin vor der Kulisse eines Allerweltsortes, meint Platthaus, Lokalkolorit spielt kaum eine Rolle, ebensowenig allerdings die drängenden Identitätsfragen der indigenen Bevölkerung, gibt der Rezensent zu bedenken, der sich auch fragt, ob das Kreisen um die Liebe nicht vor allem auf eine zunehmende Liebesunfähigkeit hinweist.
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