Aus dem Russischen von Ganna-Maria Braungardt. Eine Aserbaidschanerin und eine Armenierin überwinden in einer langjährigen Liebesbeziehung die Feindschaft ihrer Völker. Eine junge Moskauerin wird mit einem Iraker verkuppelt und findet ihr Glück im englischen Exil. Eine Frau verpuppt sich und wird zum Schmetterling. Ulitzkajas Alltagsgeschichten sind nie alltäglich, sie eröffnen immer neue Perspektiven. Was ist Schicksal, was Charakter? Welchen Einfluss haben wir auf das, was uns widerfährt?
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.06.2022
Rezensentin Ilma Rakusa ist rundum fasziniert von Ljudmila Ulitzkajas Erzählungen. Ob die Autorin unverhofft aufflammende Liebesgeschichten erzählt, Schicksale erkundet, die auf Moskauer Parkbänken ihren Lauf nehmen, oder zwei Schwestern den Nachlass ihrer Mutter auf "anrührende" durchstöbern lässt - stets begegnet Rakusa starken Frauenfiguren und der Schreibkunst einer Menschenkennerin, die mit Lakonie, schwarzem Humor und einer Fantastik umgeht, die Rakusa an Daniil Charms denken lässt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.03.2022
Rezensentin Sabine Berking empfiehlt die Erzählungen der russischen Autorin Ljudmila Ulitzkaja. Inwieweit Literatur die Angst vor dem Sterben nehmen kann, vermitteln die Texte im Band laut Berking auf unnachahmliche Weise. Der Tod als lebenspendende Größe erscheint Berking gleich in mehreren der Geschichten und Miniaturen um letzte (auch theologische) Fragen und letzte Liebe. Die in drei Zyklen geordnete Sammlung bietet Poesie und Prosa und vielerlei Perspektiven auf den Tod und das Sterben, so Berking. Von besonderer Aktualität erscheinen ihr die Texte überdies.
Rezensent Frank Meyer findet in den Erzählungen Ljudmila Ulitzkajas die ganze Kunst der Autorin wieder: einen prägnanten Stil, alltagsnahe Stoffe, große Dramen und überraschende Wendungen. Wie ein Besäufnis unter Freundinnen in einer ernüchternden Krebsdiagnose endet, sich die Liebesgeschichte eines älteren Paares entfaltet oder eine Frau sich in einen Schmetterling verwandelt, beschreibt die Autorin laut Meyer realistisch, mal drastisch, mal komisch.
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