Zahlreiche zum Teil farbige Abbildungen. Das Symbol des Nationalsozialismus hat in der deutschen Sachliteratur seit Jahrzehnten keine bild- und ideengeschichtliche Darstellung mehr gefunden. Dabei ist es eines der erfolgreichsten grafischen Logos überhaupt. Es verbindet zwei elementare Formen, das Kreuz und den Kreis, und war deshalb vielen Kulturen Europas und Asiens zugänglich. Lange lag es im heraldischen Dämmer, bis es Heinrich Schliemann in Troja wiederfand. Nun begann seine schnelle Karriere: Politisiert wurde es in völkischen Kreisen um 1900, unpolitisch fand es Eingang in die Werbung, als Glückzeichen der letzten Zarin; bis es vom Nationalsozialismus in der schwarz-weiß-roten Fahne des Deutschen Reichs zum Symbol einer rassistischen Staatsauffassung gemacht wurde. Es war das neuheidnische Gegenkreuz zum christlichen, es konnte Zeichen der Künstler sein und provokative "Blume des Bösen" - von Stefan George bis zu Vivienne Westwood und den "Sex Pistols" reicht seine Wirkungsgeschichte.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 31.07.2007
Kritisch betrachtet Rezensent Helmut Zander diese Kulturgeschichte des Hakenkreuzes, die Lorenz Jäger vorgelegt hat. Zwar sei die Lektüre des Buchs durchaus spannend, in dem er eine Fülle von "bemerkenswerten" wie "nebensächlichen" Belegen des Hakenkreuzes etwa bei völkischen und Indien-begeisterten Europäern, bei Stefan George und Rudyard Kipling und Lanz von Liebenfels findet, aber die beiden Hauptthesen Jägers überzeugen ihn nicht wirklich. Dass das Hakenkreuz Gegensymbol zum Sowjetstern im "Weltbürgerkrieg" des 20. Jahrhunderts gewesen sein soll, ergibt seines Erachtens nur für den Antagonismus von Nationalsozialismus und Kommunismus Sinn, nicht jedoch für andere Verwendungen des Hakenkreuzes. Auch die These von der mythischen Aufladung des Hakenkreuzes im Nationalsozialismus scheint ihm nicht haltbar. Außerdem hält er das Buch bei der Darstellung der kulturellen Kontexte des Hakenkreuzes oft für "unbedarft" und viele politische Urteile Jägers für fragwürdig und verkürzt. Sein Fazit: "In einem Buch über das Hakenkreuz wünschte man sich mehr historische Sensibilität."
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.01.2007
Als "unentbehrliches Standardwerk" für die neuere Geschichte des Hakenkreuzes betrachtet Martin Warnke dieses Buch von Lorenz Jäger. Er attestiert dem Autor eine eingehende und gewissenhafte Untersuchung der Bedeutung dieses jahrtausendealten, in nahezu allen Kulturen und Kontinenten verbreiteten Symbols seit dem 19. Jahrhundert. Ausführlich berichtet er über die Karriere dieses Zeichens, von Schliemanns Deutung als "Symbol des heiligen Feuers" über theosophische Deutungen als kosmischen Symbol und Hans Thomas' Interpretation als "Thors Hammer". Er unterstreicht, dass erst Hitler die propagandistischen und ästhetischen Potentiale des Hakenkreuzes entdeckt und entfaltet habe. Kritisch betrachtet er Jägers These, durch die ideologische Aufladung des Davidsterns und der bolschewistischen Zeichen Hammer, Sichel und Sterne sei eine kommunistische und jüdische Mitverantwortung an der ideologischen Aufladung der Swastika im Nationalsozialismus gegeben. Demgegenüber hofft er, der Autor möge mit seiner Einschätzung recht behalten, dass "jenseits von kleinen marginalisierten Gruppen die Geschichte des Hakenkreuzes in Europa zu Ende ist".
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Karl Ove Knausgard: Arendal Aus dem Norwegischen von Paul Berf. Wo ist dein Platz im Leben? Wohin gehörst du? Wo liegen deine wahren Gefühle?Wir schreiben das Jahr 1976. Syvert Løyning ist nach einer…