Otto von Bismarck hat Politik und Verfassung des Kaiserreichs entscheidend geprägt. Bereits Zeitgenossen haben den "Eisernen Kanzler" daher häufig dafür verantwortlich gemacht, dass sich im Kaiserreich die Parteien im Gegensatz zum Westen nur schwer zu verantwortlichen Trägern im politischen Willensbildungsprozess entwickeln konnten und die deutsche Geschichte daher einen "Sonderweg" beschritt. Doch wie stand Bismarck wirklich zu den Parteien bzw. wie konnten diese sich trotz der von der Verfassung zunächst gezogenen Grenzen im Zusammenspiel mit Bismarck, aber auch teilweise in erbitterter Feindschaft gegen ihn entfalten? Auf der zweiten wissenschaftlichen Tagung der Otto-von-Bismarck-Stiftung haben Konrad Canis, Elisabeth Fehrenbach, Lothar Gall, Christian Jansen, Dieter Langewiesche, Rudolf Morsey, Heinz Reif und Klaus Tenfelde versucht, darauf neue Antworten zu geben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.03.2002
Alexander Kissler ist sehr angetan von dem Buch über das Verhältnis Bismarcks zu den Parteien und lobt die "ertragreichen Studien", die er darin gefunden hat. Der Rezensent findet zwar, dass so manches "angreifbar" ist in diesem Sammelband, beispielsweise Jansens Standpunkt, dass Bismarcks "Eisen und Blut"-Politik nicht unbedingt im Widerspruch zu einer "demokratisch-zivilen Nationalbewegung" stünde. Doch gerade wegen der streitbaren Thesen findet der Rezensent das Buch so "anregend" und lobt es deshalb als "thesenstark" und aufschlussreich. Kissler betont, dass aus allen Beiträgen des Bandes ersichtlich ist, dass die Autoren Bismarck keine besondere "Wertschätzung" als Innenpolitiker entgegenbringen.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…