Aus dem Französischen von Claudia Steinitz. Es sind sieben Jahre vergangen, seit Charles Zalik seine Heimatstadt verlassen hat, um in den Krieg zu ziehen, irgendwo in einem fernen Land, ohne Kenntnis darüber, gegen welchen Feind er eigentlich kämpft. Er wollte mit seinem früheren Leben brechen, endlich seinen Platz finden in einer Welt, die er müde geworden ist zu hinterfragen. Und er wollte aus dem Dunstkreis von Kérim San fliehen, seinem ebenso charismatischen wie zwielichtigen Freund. Aber dann, als Charles die Nachricht erreicht, dass Kérim schwer erkrankt ist und wahrscheinlich sterben wird, verlässt er Hals über Kopf sein Regiment, seine Kameraden, und reist zurück in die Heimat. Die beiden erneuern ihre Freundschaft, bis Charles erfährt, dass sein Freund ein Vermögen macht mit illegalen Geschäften, darunter Waffen- und Drogenhandel, auch von Diebstahl und Erpressung ist die Rede. In seinem Roman erzählt Loïc Merle vom Bund zweier ungleicher Männer als Sinnbild einer Epoche, der jegliches Verständnis für Gleichheit abhandengekommen ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.07.2016
Dass sich der Krieg auch in Sprache und persönlichen Gefühlen versteckt, zeigt kaum ein Roman so brillant wie Loic Merles grandioser Erstling "Allein, unbesiegt", lobt Rezensent Niklas Bender. Allein die Geschichte um zwei rivalisierende Freunde, den Soldaten Charles und den Kleinkriminellen Kerim, die nach langer Zeit aufeinander treffen, als Kerim an Leukämie erkrankt und in deren Folge Charles seinen Lebensentwurf über Bord wirft, liest der Kritiker gebannt. Vor allem aber ist Bender geradezu hingerissen von der Sprachgewalt des Autors, der er die "Besessenheit eines Bernhardschen Monolithen" attestiert. Wie der französische Autor die psychische Konstellation, die Schwächen und Konflikte seiner Helden auslotet, erinnert den Rezensenten gar an die Romane Jerome Ferraris. Nicht zuletzt lobt Bender Claudia Steinitz' virtuose Übersetzung dieses Ausnahmeromans.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.04.2016
Was für ein Buch!, jubelt Rezensent Cornelius Wüllenkemper nach der Lektüre von Loic Merles Roman "Allein, unbesiegt". Wie ein surreal überspannter Traum erscheint dem Kritiker der Roman des Franzosen, der ebenso zart wie "martialisch" von der Freundschaft zwischen dem Lokal-Mafiosi Kerim und dem Soldaten Charles erzählt. Nicht nur Merles ungreifbare und eben deshalb so nahen Figuren, sondern auch seine vorsichtig und zweifelnd tastenden Sätzen ziehen den Rezensenten in ihren Bann. Ein außergewöhnlicher Roman über Einsamkeit und die "geheime Mechanik des Lebens", schließt Wüllenkemper.
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