Louis Begley

Hugo Gardners neues Leben

Roman
Cover: Hugo Gardners neues Leben
Suhrkamp Verlag, Berlin 2021
ISBN 9783518429846
Gebunden, 235 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem amerikanischen Englisch von Christa Krüger. Als Hugo Gardner, einst ein erfolgreicher Auslandskorrespondent für ein renommiertes Magazin, erfährt, dass seine - wesentlich jüngere - Frau Valerie sich nach vierzig Jahren Ehe von ihm scheiden lassen will, fällt er aus allen Wolken, hatte er sich doch auf einen ruhigen gemeinsamen Lebensabend eingestellt. Während er Valeries Beweggründe zu begreifen versucht, trifft er auf einer Reise nach Paris seine frühere Geliebte Jeanne wieder, die er immer noch hinreißend findet. Die beiden nähern sich einander wieder an und genießen die gemeinsamen Stunden - doch kann ein Neuanfang nach all den Jahren und angesichts alter Verletzungen wirklich gelingen? Louis Begleys neuer Roman entführt die Leserinnen und Leser in die Stadt der Liebe und erzählt von einer bittersüßen späten Romanze.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 03.08.2021

Rezensent Martin Oehlen empfiehlt Louis Begleys neuen Roman, den er in der Tradition der Schmidt-Trilogie sieht, der abgeklärten, unsentimentalen Zeichnung des Alters wegen. Der Held, ein pensionierter Chefredakteur ohne Geld-, dafür mit Beziehungssorgen und Prostata-Krebs, scheint ihm sympathisch mit seiner kritischen Haltung gegenüber Trump. Doch im Buch steht das Private im Zentrum, erklärt der Rezensent. Hier nervt ihn der Autor zwar bisweilen mit sexuellen Details, doch die Abgeklärtheit von Autor und Held lassen diesen Mangel letztlich eher gering erscheinen, lässt Oehlen uns wissen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.08.2021

Rezensent Kurt Kister findet Louis Begleys neuen Roman über einen alternden Alpha-Journalisten kurz vor dem Exitus weise und unterhaltsam. Begleys Sprache scheint ihm angenehm frei von stilistischen Entgleisungen, der Held scheint ihm gut in die Reihe von Begley-Figuren zu passen, die einigermaßen gelassen auf ihr Leben und ihre schwindende Potenz (zurück-)schauen. Apropos Potenz. Hier verlässt den Autor laut Kister zeitweise doch die gewohnte Eleganz. Wenn Begley über Sex im Alter schreibt, hört er sich bisweilen an, als hätte er zu lange mit Martin Walser telefoniert, meint Kister.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 27.07.2021

Rezensent Jörg Magenau mag die Mischung aus Witz und Schwermut, die die Romane von Louis Begley grundiert. Entsprechend gern lässt sich der Kritiker von Begley einmal mehr in die Welt der Upper-Middle-Class an der amerikanischen Ostküste entführen, wo er auf den 85-jährigen Hugo, einst Auslandskorrespondent des Time Magazines trifft. Jener Hugo wird nicht nur mit einer Prostatakrebs-Diagnose, sondern auch mit dem Scheidungswunsch seiner Frau konfrontiert, die ihm samt Tochter vorwirft, er sei ein "Langweiler", resümiert der Kritiker. Hugo nimmt sein Leben nochmal neu in die Hand, kontaktiert alte Freundinnen, beginnt eine zarte Affäre mit einer Jugendliebe und lehnt schließlich die Krebstherapie ab, fährt Magenau fort. Langweile kommt bei dem Kritiker auch dank der vielen Überraschungen in diesem, wie er findet, feinsinnigen Buch, nicht auf.
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