Aus dem Französischen von Heinz Jatho. Bildteil mit 88 Abbildungen auf Tafeln. An ausgewählten Werken von Luca Signorelli, Paolo Uccello, Piero della Francesca, Filippo Lippi und Pinturicchio entwickelt Louis Marin seine Lektüren der Kunst des Quattrocento. Dabei konfrontiert er das Lesen und Beschreiben von Bildern mit den Auslassungen, Synkopen und Verschiebungen der Bilderzählung selbst: jenen - weder zufälligen noch beiläufigen - opaken Stellen am Grund der Bilder und an deren Oberfläche.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.08.2005
Begeistert zeigt sich Christine Tauber von dieser Aufsatzsammlung des französischen Kunsttheoretikers Louis Marin über die Malerei im Quattrocento - auch wenn sie die Lektüre durchaus dornenreich findet. Letzteres führt sie auf Marins "Gestus elitärer Verweigerung" zurück, auf seine "enigmatische Terminologie" und darauf, dass er der Originaltext 1989, zur Hoch-Zeit postmoderner Theoriekapriolen entstanden ist. Ausdrücklich lobt sie in diesem Zusammenhang Heinz Jatho, dem bei starker Nähe zum Originaltext eine lesbare Übertragung gelungen sei. Die Mühe der Lektüre lohnt sich aber, verspricht die Rezensentin, bietet Marin doch "scharfsinnige analytische Entfaltungen" einer eigengesetzlichen künstlerischen Form der Repräsentation in der italienischen Quattrocento-Malerei. In vielen Kunstwerken des Quattrocento entdecke er eine innerbildliche Theorie der Repräsentation in Aktion und wende sich daher zu Recht gegen ein Kunst(-wissenschafts-)verständnis, das im Künstler allein den Traktatillustrator sehe. "Wer Marins Texte liest, ist am Ende bereit, an das Geheimnis der Kunst zu glauben", resümiert die Rezensentin schwärmerisch. "Denn er sieht jetzt mehr in den Bildern, als er sich je hätte träumen lassen."
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