Ludwig Wittgenstein

The Big Typescript

Wiener Ausgabe, Band 11
Cover: The Big Typescript
Springer Verlag, Wien - New York 2000
ISBN 9783211825693
Gebunden, 546 Seiten, 155,94 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Michael Nedo. Das sogenannte "Big Typescript" von 1932-33 ist, seit der Veröffentlichung des "Tractatus", Wittgensteins erster Versuch, seine neueren Gedanken in einem Buch zusammenzufassen. Äußerlich erscheint es das Fertigste unter seinen Schriften: mit einem Inhaltsverzeichnis, unterteilt in 19 Kapitel mit 140 Sektionen. Doch ist es ein Fragment ohne Titel. Die umfangreichen Über- und Umarbeitungen, die Wittgenstein noch während der Schreibarbeiten beginnt, zeigen, dass das Typoskript auf dem Weg zum angestrebten Buch eher einen status nascendi darstellt, als, wie oft argumentiert, "a coherent stage of Wittgenstein's thought".

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 12.12.2001

David Lauer legt einen höchst informativen Artikel über den rund 20.000 Seiten umfassenden Nachlass des Philosophen Ludwig Wittgenstein vor, der durch ständige Überarbeitungen, Umstellungen und Querverweise ein "work in progress" darstellt und sich jeder chronologischen oder systematischen Anordnung entzieht. Laut Lauer hat Wittgenstein selber es nicht geschafft, dieses Problem zu lösen. Zwei neue Werkausgaben, nämlich "The Big Type Script" (Wiener Ausgabe, Band 11)und "Philosophische Untersuchungen"(Kritisch-genetische Edition) versuchen es nun. Beide sind auf unterschiedliche Weise: höchst lobenswert, aber nicht optimal. Lauer plädiert für einen Hypertext auf CD-Rom, der es möglich macht, jede Bemerkung Wittgensteins mit ihren Parallelstellen zu verlinken und endlich das "Kreuz und quer"-Lesen zu ermöglichen, das Wittgenstein vorgeschwebt habe.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.09.2001

Lang und breit ruft der Rezensent Ludger Lütkehaus einige mehr biografische als philosophische Wittgenstein-Basics in Erinnerung, bevor er dann eher kurz und knapp auf diesen elften Band der Wiener Wittgenstein-Ausgabe zu sprechen kommt. Gelobt wird die auf die Jahre 1929-1933 konzentrierte Edition für ihren "bewundernswerten editorischen und verlegerischen Aufwand", den vorliegenden Band bezeichnet Lütkehaus als "eine Art von Summe". Erstaunlich nur, dass er sehr wenig dazu zu sagen hat, einzig auf die sichtbar werdende Verbindung von frühem und spätem Wittgenstein wird hingewiesen, zudem auf die umfänglichen Exzerpte aus Frazers mythenhistorischem Werk "Der Goldene Zweig".

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.07.2001

Glaubt man Matthias Kross, so stellt der vorliegende Band geradezu eine Revolution in der Geschichte von Editionen des Wittgenstein-Nachlasses dar. Kross erläutert zunächst, dass dieser Nachlass von den Erben des Philosophen bisher in unsystematischen und willkürlichen Zusammenstellungen herausgebracht worden war, was unter anderem auch daran lag, dass Wittgenstein selbst ihnen testamentarisch völlig freie Hand ließ. Anschaulich beschreibt Kross den Eindruck der Redundanz, ja der Wunderlichkeit, der sich durch diese Editionen für ihn ergab. Die Herausgabe des "Big Typescript" als Band 11 der Werkausgabe, so erläutert Kross, schließt eine ganze Reihe von Vorarbeiten ab, die in den vorigen Bänden dokumentiert wurden. Es handelt sich hier um eine von Wittgenstein selbst geleistete stringente Präsentation seiner philosophischen Gedanken von 1929 bis 33, die für Kross auch für eine mögliche Unzufriedenheit des Autors mit dieser Arbeit nicht an Rang und Bedeutung verliert. Thematisch behandelt der Band Themen wie die Psychologie, die Logik und Grammatik von Sprache und die Mathematik. Wittgenstein konnte die Arbeit an dem "Typescript" schon deshalb nicht fortsetzen, weil er seine Manuskripte nicht mit in die Emigration aus Wien mitnehmen konnte. Kross lobt die Lesbarkeit des "Big Typescript" und hält für die Herausgeber und ihre Anmerkungen, Querverweise und Register die allerhöchsten Komplimente bereit. Abschließend wünscht er sich eine Taschenbuchausgabe des in der vorliegenden Form doch recht kostspieligen Bandes.
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