Cilly Levitus ist sieben, als Hitler an die Macht kommt. Nur allmählich lernt sie, was es bedeutet, ausgegrenzt zu werden - Cilly kommt aus einer jüdischen Familie. Nach dem Pogrom vom November 1938 kommen Cilly und ihre jüngere Schwester Jutta nach Amsterdam, wo sie Aufnahme in einem Waisenhaus finden. Doch mit Beginn des Zweiten Weltkriegs droht auch hier Gefahr: 1940 besetzen die deutschen Nazis die Niederlande, ab 1942 beginnen sie mit der Deportation der Amsterdamer Juden in die Vernichtungslager Osteuropas. Cilly, die eine Ausbildung in der jüdischen Kinderkrippe macht und einen Ausweis "unabkömmlich" besitzt, gelingt es zweimal, ihre jüngere Schwester im letzten Moment zu retten. Sie verstecken sich mit Hilfe von nichtjüdischen Niederländern auf dem Land. Immer wieder müssen sie das Versteck wechseln. Ihren Helfern, die sie nicht immer gut behandeln, sind sie wehrlos ausgeliefert.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.12.2002
Elisabeth Bauschmid unterscheidet klar nach Thema und Darstellung. Ersteres findet sie neu und interessant. Die Jüdin Cilly Levitus erzählt von der ständigen Verstellung während ihres Exils in den Niederlanden, wo sie vor den Nationalsozialisten untergetaucht war. Sie erzählt dabei auch - und "von solcher Entgrenzung war in einem Jugendbuch der Shoah-Literatur noch nicht zu lesen", betont die Rezensentin - von der Ausbeutung ihrer Arbeitskraft oder den körperlichen Annäherungen durch diejenigen, die ihr Quartier gewährten. Im Gegensatz dazu hat Bauschmid für Lutz van Dijk nicht viel Lob übrig, sein Erzählstil wirke "nicht nur schnörkellos, sondern trocken", da er seiner Gesprächspartnerin zu selten Zeit gelassen habe, die baren Fakten mit einer stimmungsvollen Beschreibung anschaulicher und nachfühlbarer zu machen.
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