Mit 20 Abbildungen und vier Karten. Die Amazonen galten in der griechischen Antike als Frauen "in goldenen Panzern und mit silbernen Schwerten, die Männer lieben und Knaben schlachten". Heute haben sie den Ruf unabhängiger, kampflustiger und hocherotischer Frauen. Was ist dran an diesem Mythos? Bis vor kurzem war sich die Wissenschaft einig: Amazonen sind Phantasiegeschöpfe. Doch Lyn Webster Wilde hat erstaunliche Beweise für die Historizität dieser Kriegerinnen und Göttinnen zu Tage gefördert. Wilde, in der sich wissenschaftlicher Forschergeist mit einem Sinn für Abenteuer verbindet, hat sich auf Entdeckungsreise gemacht und ist in Griechenland, Nordafrika und Anatolien auf Fährten gestoßen, die wichtige Anhaltspunkte liefern für die Existenz dieser "furchtlosen Jungfrauen".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.05.2001
Nach Rolf-Bernhard Essig handelt es sich hier um ein recht ungewöhnliches Buch, besonders deswegen, weil die Autorin einerseits den Spuren weiblicher Kriegerinnen sehr genau nachgespürt habe, andererseits auch Bezüge zur Gegenwart herstellt und dabei auch "persönliche Affinitäten" zulasse. Das kann man durchaus kritisieren, findet Essig, ebenso wie den nicht immer präzisen Umgang mit Quellen und die ungehemmte Spekulationslust der Autorin. Doch insgesamt scheint ihm das Buch dennoch zu gefallen. So lobt er die geradezu ansteckende Begeisterung der Autorin für ihr Thema und die Tatsache, dass sie - anders als so oft in der Frauenbewegung geschehen - "Idealisierungen und Verniedlichungen" vermeidet. Gut gefällt ihm etwa, wenn die Autorin auf die weiblichen Kämpferinnen im kleinasiatischen und nordafrikanischen Raum eingeht und deren Energie auch bei heutigen Forscherinnen oder im "gewaltsamen Gebaren einer Horde betrunkener Frauen auf einer Geschäftsparty" wiedererkennt.
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