Der Traum, sich den Orient als Teil eines deutschen Weltreichs einzuverleiben, führte im 19. Jahrhundert viele Deutsche ins Osmanische Reich. In Makedonien und Westanatolien errichteten sie Handelskolonien, Landwirtschaftssiedlungen, Schulen und Kirchen. Malte Fuhrmann geht den damit verbundenen Phantasien nach und schildert das Leben der Deutschen in den beiden Kolonien. Er zeigt: Die Eroberung des Orients blieb ein Traum, doch hinterließ er in beiden Kulturen bis heute sichtbare Spuren und ist damit Teil der Geschichte des Kolonialismus.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.11.2006
Malte Fuhrmanns "facetten- und faktenreiche" Studie über die kolonialen Ambitionen Deutschlands im Osmanischen Reich hat Rezensent Andreas Eckert insgesamt überzeugt. Im Mittelpunkt der Arbeit sieht er die Analyse der kulturellen Praxis der Deutschen in der Region und ihr Bestreben, hegemonialen Einfluss zu erlangen. Als Quellen werden diplomatische, militärische und kirchliche Akten, Korrespondenzen, Memoiren und Reiseberichte herangezogen. Eckert hebt hervor, dass die Studie nicht immer leicht zu lesen ist. Besonders die einleitenden Kapitel wirken auf ihn langatmig, und auch sonst findet er immer wieder undurchsichtige Passagen. Zudem hätte er sich mehr über die Rückwirkungen der deutschen kolonialen Bestrebungen auf Deutschland und auf die Gesellschaften des Osmanischen Reiches sowie eine systematische Gesamteinschätzung gewünscht.
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