M.J. Hyland

Schlaflos

Roman
Cover: Schlaflos
Piper Verlag, Köln 2005
ISBN 9783492270991
Kartoniert, 378 Seiten, 14,00 EUR

Klappentext

Aus dem australischen Englisch von Ingo Herzke. Louise wird als Austauschschülerin in die USA fliegen, für ein Jahr, und sie wünscht sich, nie mehr zurückzukehren in ihre alte Familie: Sie habe etwas Besseres verdient, glaubt sie, und damit hat Lou ganz sicher recht. Als Margret und Henry Harding sie am O'Hare Airport Chicago in dezenter dunkler Kleidung empfangen, ist eines schon gewiss: Künftig wird Lou auf blütensauberen Laken schlafen. Alles an den Hardings scheint perfekt. Sehr perfekt. Bis auf ihren aufdringlichen Sohn James vielleicht. Warum aber findet Lou dann immer noch keinen Schlaf? Und warum darf niemand spüren, wie sehr sie sich nach Liebe sehnt? Messerscharf erzählt M. J. Hyland von ihrer jungen Heldin Lou, die unaufhaltsam auf ein Unglück zusteuert.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 31.01.2008

Viel Lob erntet dieser, bereits 2005 in Deutsch erschienene Debütroman von Rezensentin Bernadette Conrad, die besonders von der Art und Weise beeindruckt ist, wie die irisch-australische Autorin in diese Kindheitsgeschichte schon auf den ersten Seiten die Gewalt "eingefädelt" hat und dann bis zur letzten Seite zwingend anwesend bleibt. Die Rezensentin spricht beeindruckt auch von einem "nackten Erzählen", durch das diese Autorin zwingende Kinderfragen und -probleme in die Mitte der Aufmerksamkeit rückt. Im vorliegenden Fall ist die Heldin eine schlaflose australische Sechzehnjährige, die ein Gastschuljahr in den USA absolviert.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.06.2006

Ein schöner und kluger Roman, meint Rezensentin Bernadette Conrad, und dabei ganz anders, als es der Klappentext verspricht. Die 16-jährige Louise sei nämlich keinesfalls die unbeschwerte Göre, die als Austauschschülerin in eine amerikanische Mittelschichtsfamilie gerate. Vielmehr liegt die Qualität des Romans für Conrad in einer glaubwürdig und differenziert erzählten Selbstvergewisserung der Heldin zwischen den Schrecken der eigenen Arbeiterfamilie in Sydney und einer anderen Art der Grausamkeit in ihrer Gastfamilie. Für die Rezensentin ist dabei erstaunlich, wie gerne man von den ganz normalen Schrecken dieses Familienlebens lese. Das könne nur, mutmaßt und lobt die Rezensentin, an der lebendigen Ursprünglichkeit der Ich-Erzählerin liegen, die die Widersprüche in ihrer schönen neuen amerikanischen Traumwelt gnadenlos seziert.

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