Lars Saabye Christensen

Meine chinesische Großmutter

Cover: Meine chinesische Großmutter
btb, München 2024
ISBN 9783442762750
Gebunden, 224 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Norwegischen und Dänischen von Hannes Langendörfer. Wie kommt es, dass sich eine junge Kopenhagenerin Anfang des 20. Jahrhunderts allein auf eine lange, beschwerliche und gefährliche Seereise nach Hongkong macht? Genau dorthin, in diesen internationalen Meltingpot und vibrierenden Handelsplatz, hatte es den Dänen Jørgen Christensen bereits kurz zuvor verschlagen - zu seiner Arbeitsstelle bei Svitzers Bjergnings-Enterprise, die älteste Seerettungs- und Bergungsgesellschaft der Welt. Jørgen und die junge Kopenhagenerin sind Lars Saabye Christensens Großvater und Großmutter väterlicherseits. Wer waren diese Menschen, von denen er stammt? Wie sah dieses koloniale, vom Handel geprägte Leben aus? Erst als sein Vater auf dem Totenbett liegt, wagt es Lars Saabye Christensen, ihn nach jener Zeit zu fragen, die seine Großeltern im fernen Osten verbrachten. Eine Spurensuche beginnt, die Überraschungen bereit hält.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.07.2024

Ein vielschichtiges Buch über seine Familiengeschichte hat Lars Saabye Christensen laut Rezensent Aldo Keel geschrieben. Im Zentrum stehen die dänischen Großeltern des Autors, die Anfang des 20. Jahrhunderts fünf Jahre lang in Hongkong lebten, weil Opa Jörgen Christensen dort für eine Seerettungsgesellschaft arbeitete. Eine gefährliche Arbeit war das, stellt Aldo Keel mit Christensen klar, das Buch thematisiert auch die Perspektive der Frau, die zu Hause zurückbleibt und nicht weiß, ob ihr Mann von der See zurückkommen wird. Christensen weiß laut Keel, dass Literatur nicht einfach Wirklichkeit abbildet, seine Herangehensweise unterscheidet sich hier deutlich von den Erinnerungsbüchern Karl Ove Knausgards, inbsesondere, weil der Autor immer wieder die Erzählsituation und auch die unvollständige Quellenlage problematisiert. Den Rahmen dafür bietet der Tod des Vaters des Autors, beschreibt Keel, am Ende kehrt das Buch in die Osloer Wohnung der Familie Christensen zurück, die in vielen Büchern des Autors eine Rolle spielt. Insgesamt ein außergewöhnliches, originelles Buch, das erstaunliche Volten schlägt, freut sich der Rezensent.

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