Aus dem Arabischen von Kristina Stock. Nachwort von Hartmut Fähndrich. Machmud Darwisch gilt als der bedeutendste palästinensische Dichter der Gegenwart. In seinem Prosawerk "Ein Gedächtnis für das Vergessen" schildert Machmud Darwisch in einer dichten, poetischen, mitunter auch zynischen Sprache einen Tag im August 1982 in Beirut, während der israelischen Belagerung, die die Vertreibung der Palästinenser aus der libanesischen Metropole zum Ziel hatte...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.06.2001
Manchem Gedächtnis muss erst mal auf die Sprünge geholfen werden: Stefan Weidner stellt Machmud Darwisch als den größten arabischen und populärsten palästinensischen Dichter vor. Als Bruch in Darwischs Leben wie Werk bezeichnet Weidner die Vertreibung der PLO 1982 aus Beirut. Seither gehe seiner Lyrik der propandistische Zug ab, was Darwisch durchaus auch Anhänger gekostet haben dürfte, vermutet der Rezensent. Aber nicht Lyrik, sondern ein autobiografischer Essay aus dem Jahr 1987, eine "Collage aus kollektivem und individuellem Gedächtnis" über die Belagerung Beiruts hat Weidner hier zu besprechen: einfühlsam übersetzt, wenngleich Kristina Stock in Weidners Augen teilweise Darwischs Manierismen erlegen ist. Gelegentlich kippe die poetische Analyse in Pathos um, und auch die Tatsache, dass man zwar die Ortsnamen austauschen muss, sich ansonsten die Namen der Kontrahenten nicht verändert haben, erschrickt den Rezensenten. Aber eine solche Hymne auf den Kaffee habe er noch nie gelesen, schwärmt dieser.
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