Mit 419 Abbildungen in Farbe. Gerhard Richter (geb. 1932 in Dresden) ist nicht nur der zur Zeit höchstdotierte, sondern auch der weltweit bekannteste Maler der Gegenwart. Seit er 1961 seine Geburtsstadt Dresden und die DDR-Kunstszene verließ und nach Düsseldorf ging, hat seine Kunst immer wieder überraschende Wendungen genommen und neue Richtungen eingeschlagen. Scheinbar willkürlich wechselte er in seiner Malerei Technik, Stil und Motive. Sein ebenso umfangreiches wie komplexes Gesamtwerk umfasst sowohl die Auseinandersetzung mit den klassischen Gattungen der Malerei - Landschaft, Stillleben und Portrait - als auch nahezu alle avantgardistischen Strömungen des späten 20. Jahrhunderts: Fotorealismus, Monochromie, Concept Art und farbstarke Abstraktionen im Großformat. Irritierend vielfältig, aber immer faszinierend und auf höchstem Niveau, spiegelt Richters Œuvre die Widersprüche und Selbstzweifel einer Künstlerexistenz in Zeiten des vielbeschworenen Endes der Malerei, indem es der Malerei ständig neue Territorien erschließt. Unser Buch enthält eine repräsentative Auswahl von Gerhard Richters bedeutendsten Werken aus mehr als sechs Jahrzehnten. Sie ist einerseits unabhängig von den Zufälligkeiten des Ausstellungswesens mit seinen fragmentarischen Katalogpublikationen und entzieht sich auch nicht dem ästhetischen Urteil, wie es die Werkverzeichnisse tun, die dem Prinzip der Vollständigkeit des Inventars verpflichtet sind. Armin Zweite, langjähriger Leiter der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen und Freund und früher Förderer des Künstlers, hat den kunstwissenschaftlichen Einführungstext geschrieben und zeichnet auch verantwortlich für die Werkauswahl.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 07.12.2019
Bei Rezensent Thorsten Jantschek kommen die beiden kürzlich erschienenen Gerhard-Richter-Bücher von Armin Zweite und Klaus Honnef sehr gut weg. Denjenigen, die bereit sind, sich richtig in den Stoff zu versenken, empfiehlt der Kritiker aber definitiv Armin Zweites Band: Über Richters Leben gebe er nicht so viel preis, über sein Werk dafür umso mehr. Neben Richters Ästhetik, nach der die Kunst niemals die Wirklichkeit darstellt, beleuchtet Zweite dem Kritiker zufolge auch Richters Bedeutung für die europäische Malerei umfassend. Komplex, konzentriert und unglaublich sinnlich, lobt Jantschek.
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