Band 2 der Ausgewählten Werke von Manès Sperber beinhaltet seine bekannte Romantrilogie "Wie eine Träne im Ozean" und wurde von Rudolf Isler betreut.Den Auftakt der Ausgewählten Werke von Manès Sperber bildete die dreiteilige Autobiografie "All das Vergangene". Band 3 versammelt unter dem Titel "Zur Analyse der Tyrannis" die wichtigsten Essays zur Kulturtheorie und Gesellschaftsanalyse. Alle Bände bieten einen Stellenkommentar, um historische Bezüge aufzuschlüsseln, sowie ein kontextualisierendes Nachwort, das in die jeweiligen Texte einführt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.07.2024
Mit der neuen Werkausgabe von Manès Sperber lässt sich ein bedeutender Schriftsteller und Intellektueller des 20. Jahrhunderts wiederentdecken, urteilt Rezensent Jochen Schimmang. Die drei Bände erhalten Manès Autobiographie, eine Romantrilogie und eine Sammlung essayistischer Texte. Besonders in der multiperspektivisch erzählten Trilogie "Wie eine Träne im Ozean" kommen Schimmang zufolge Manès' Talent zur differenzierten Abbildung zeithistorischer Konflikte - es geht etwa um den Partisanenkampf in Jugoslawien und die illegale Arbeit für die KPD - und seine charakteristische Ironie zum Tragen. Immer wieder, so der Rezensent, werfe Manès Werk die Frage nach der Verführbarkeit der Intellektuellen durch totalitäre Denksysteme auf. Die Autobiographie "All das Vergangene" lässt laut Schimmang den in einem jüdischen Schtetl in Ostgalizien geborenen Sperber als bei Alfred Adler lernenden Individualpsychologen und als kurzzeitiges, kritisches Mitglied der KPD entdecken. Dass dies dank dem Wiener Verlag Sonderzahl nun möglich ist, begrüßt der Rezensent ausdrücklich.
Selten war die Neuausgabe eines Klassikers aktueller als in diesem Fall, betont Rezensentin Angela Gutzeit, die in einem langen Essay neben seinem Romanzyklus "Wie eine Träne" auch Sperbers Autobiografie und seine Essays bespricht. "Wie eine Träne im Ozean" bringt wie alle Schriften Sperbers das bis heute so dringliche Thema der ideologischen Verführbarkeit zur Sprache. Heinrich Böll hat die Trilogie mit Tolstois "Krieg und Frieden" vergleichen - es handelt sich um ein wahres Welttheater, das anhand einiger Protagonisten die Geschichte des Kommunismus auffaltet, so die Rezensentin. Es geht um dabei sehr stark um ideologische Auseinandersetzungen. In den "ausgefeiltesten Dialog-Passagen" des Romans bilde sich auch Sperbers Auseinandersetzung mit seinem Mentor, dem Psychologen Alfred Adler ab. Dessen Theorien über Mensch, Gesellschaft, Macht und Neid bilden einen für die Rezensentin äußerst faszinierenden Anlass, auch über heutige politische Wirren nachzudenken. Dass die Frauenfiguren in dem Roman etwas schwach bleiben, sieht die Rezensentin Sperber nach, die Hauptfrage des Romans bleibe: "Was verblendete mich so"?
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