Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.08.2005
Als "sehr lesenswert" beurteilt Rezensent Norbert Tofall die Beiträge zur Kognitionstheorie, zur Wirtschaftspolitik sowie zum Werk August von Hayeks, die Manfred Streit, der frühere Direktor des Max-Planck-Instituts zur Erforschung von Wirtschaftssystemen in Jena, in diesem Band zusammengestellt hat. Wie Tofall berichtet, bezieht sich Streit auf Hayeks Buch "The Sensory Order", das auf die gesellschaftliche und wirtschaftspolitische Bedeutung der konstitutionellen Unwissenheit des Menschen und auf dessen begrenzte Erkenntnisfähigkeit verweist und bereits 1952 zu Ergebnissen gelangte, die mit dem heutigen Stand der modernen Gehirnforschung übereinstimmen. Aus Hayeks erkenntnistheoretischen Erkenntnissen ziehe Streit für die Ökonomik Konsequenzen, die Annahmen der konventionellen neoklassischen Ökonomik in Frage stellten. Er problematisiere deren Modellierung des menschlichen Wesen als perfekte Verarbeiter perfekter Information, von Hayek zu Recht als Anmaßung von Wissen bezeichnet. Diese Anmaßung von Wissen habe dazu geführt, dass Wettbewerbsprozesse insbesondere auf der Systemebene falsch dargestellt werden. Streit hebe demgegenüber hervor, dass das Verhältnis und die Wechselwirkungen von Kognition, Rationalität und Institutionen ausdrücklich in der ökonomischen und sozialwissenschaftlichen Modellbildung zu berücksichtigen sind.
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