Stuttgart 21 und die letzte Wirtschaftskrise haben die Debatte über den Umgang mit gesellschaftlichen Konflikten neu belebt. Dabei hat die Strategie, betroffene Interessengruppen in politische Entscheidungen einzubinden, um so Konflikte zu bearbeiten, eine lange Tradition. Seit die Gesellschaften begannen, sich als Klassengesellschaften zu beschreiben, wurden die Soziale Frage und der Klassenkampf als fundamentale Bedrohung für ihre Integration gefürchtet. Das Parlament allein schien nicht in der Lage zu sein, diesen Konflikten beizukommen. Korporative Gremien wurden dafür als besser geeignet betrachtet. Sie sollten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände, die in der Moderne als Repräsentanten der wichtigsten gesellschaftlichen Gruppen galten, in politische Entscheidungen einbinden.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.07.2012
Mit Interesse hat Werner Bührer diese Dissertation der Historikerin Andrea Rehling gelesen, die darin den Korporatismus in der deutschen Variante untersucht. Die Zusammenarbeit von Regierung, Arbeitgebern und Gewerkschaften beschreibt Rehling dabei sowohl in ihrer liberaldemokratisch wie auch in ihrer autoritär-diktatorischen Ausrichtung. Laut Rezensent Bührer behandelt sie dabei die Wirtschaftsräte in den verschiedenen politischen Sysstem; richtig spannend aber, findet Bührer, wird es mit der Konzertierten Aktion in der Bundesrepublik. Hier könne die Autorin mit "vielen neuen Befunden" aufwarten, lobt der Rezensent.
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