Goethes Begriff "Weltliteratur", den er 1827 in seiner Zeitschrift "Über Kunst und Altertum" in Umlauf brachte, weist drei Dimensionen auf: historische Diagnose, moralischer Appell und klassizistische Poetik der Moderne. Die vorliegende Arbeit versucht, der Vielschichtigkeit des Weltliteraturkonzepts durch einen doppelten begriffsgeschichtlichen Rückgriff gerecht zu werden. In einem ersten Teil werden die Theoriedebatten des 18. Jahrhunderts über kulturelle Verschiedenheit und die Formation der modernen Weltgesellschaft rekapituliert (Montesquieu, Rousseau, Adam Smith, Kant, Herder, Humboldt). Im zweiten Teil wird die Entstehung von Goethes Weltliteraturprogramm von der Zeit der Französischen Revolution bis in sein letztes Lebensjahrzehnt nachgezeichnet.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.01.2003
Andreas Kilcher ist sehr angetan von dieser historischen Studie zum Begriff der Weltliteratur bei Goethe. Das Buch zeige, dass "keineswegs alles" zum Thema bereits gesagt wurde, lobt der Rezensent, der sich von der Untersuchung "positiv überrascht" sieht. Sowohl die Erklärungen zum "ideengeschichtlichen Hintergrund", die die Voraussetzungen zu Goethes Weltliteratur-Begriff herausarbeiten, als auch die Genese des Begriffs in Goethes Werk werden vom Autor eingehend dargestellt, so Kilcher angetan. Als am "erhellendsten" in dieser Studie preist er den Zusammenhang, den Koch zwischen der Vorstellung einer Weltliteratur und Goethes Zeitschriftenprojekt "Über Kunst und Altertum" herstellt.
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