Marco Marzano

Die unbewegliche Kirche

Franziskus und die verhinderte Revolution
Cover: Die unbewegliche Kirche
Herder Verlag, Freiburg im Breisgau 2019
ISBN 9783451387517
Gebunden, 240 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Gabriele Stein. Franziskus galt lange als Hoffnungsträger, jetzt scheint er von seinen Gegnern schachmatt gesetzt. Oder will der Papst gar nicht handeln? Marco Marzano, einer der besten Vatikankenner, analysiert die Lage der Kirche und den "Mythos Franziskus". Es gebe zwar Erfolge, doch insgesamt zeichnet Marzano das Bild einer bewegungslosen Kirche. Er benennt zahlreiche Gründe und deckt Strukturen auf, die den Papst an Reformen hindern. Ein Buch, das zeigt, was der Papst wirklich plant und warum sich die Kirche einfach nicht bewegt. Der Soziologe stellt zuerst die institutionellen und strukturellen Veränderungen des Katholizismus dar, die er, aber auch viele andere Gläubige, als die wichtigsten und dringlichsten empfindet. Es sind jene zentralen Punkte, die jeder, der die katholische Kirche verändern will, unweigerlich in Angriff nehmen müsste: • die Reform der Kurie • die Reform des Zölibats • die Rolle der Frauen • die Moral- und Sexuallehre Für Marzano ist klar: Papst Bergoglio hat in den fünf Jahren seit seiner Wahl keine einzige Reform durchgeführt und die Erwartungen derer, die auf strukturelle Veränderungen in der Organisation des Katholizismus gehofft hatten, nicht erfüllt. Marzano stellt weiter die Frage, wie dieses Scheitern eines reformerischen Handelns gedeutet werden kann. Interessanterweise kommt er zu dem Schluss, dass eine Veränderung der Kirche, womit er eine Milderung ihres klerikalen, männlichen, hierarchischen und zentralistischen Charakters meint, weder wahrscheinlich noch aus streng funktionaler Sicht überhaupt notwendig ist. Zwei Aspekte verhindern die nötigen Reformen: zum einen die organisatorische Trägheit der großen kirchlichen Struktur, zum zweiten fehlt es an einer wirklich tiefgreifenden Krise, die bewirken könnte, dass Veränderungen auf den Weg gebracht werden. Das dritte Kapitel widmet sich ganz Papst Franziskus und der Untersuchung der wichtigsten und typischsten Merkmale seines Pontifikats. Dabei geht es nicht um die Arbeitsweise der kirchlichen Struktur, die der Papst völlig unangetastet gelassen hat, sondern um die Ausübung des Papsttums, Franziskus' persönliche Botschaft. Dabei richtet er sein Augenmerk auf Franziskus' Aufmerksamkeit für wirtschaftliche und soziale Fragen und die "Politik der Freundschaft". Außerdem beleuchtet er die konzertierte Kampagne gegen den argentinischen Pontifex, die eine Handvoll seiner Gegner losgetreten hat, um ihm die Legitimität abzusprechen. Marco Marzano legt eine sachliche, kritische Analyse des "Phänomens Franziskus" vor. Er zeigt, dass der Papst "als Vertreter der Institution bewiesen hat, dass er über exzellente Kommunikationswerkzeuge verfügt, die ihn vermutlich zur populärsten, beliebtesten Persönlichkeit der Welt gemacht haben: zum Fährmann, der das alte Schiff des Katholizismus durch die Wohlstands- und Bildergesellschaft steuert." Aber ein Reformer ist er nicht.

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