Maria Teresa Andruetto

Wer war Eva Mondino?

Roman
Cover: Wer war Eva Mondino?
Rotpunktverlag, Zürich 2011
ISBN 9783858694232
Gebunden, 150 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Susanna Mende. Wenn sie nur wüsste, wo ihr Kind ist und wie es ihm geht! Sie haben es ihr weggenommen, kaum war die Nabelschnur durchgeschnitten, damals in dem Verlies, wo man sie gefangen hielt, und sie sagten ihr, es sei tot geboren. Aber sie weiß, dass das nicht stimmt. Eva Mondino, aus politischen Gründen inhaftiert, überlebt die Folter der Militärdiktatur, jedoch zu einem hohen Preis. Sie lässt sich auf eine sexuelle Beziehung mit ihrem Folterer ein und wird für diesen "Verrat" nach Ende der Diktatur geächtet. Doch es stellt sich nach und nach heraus, dass auch andere von den Verhältnissen profitiert oder aus Angst kollaboriert haben: die Nachbarin, die ihr kein Versteck bot, der Anwalt, der sie denunzierte, der Professor, der sie erpresste... Zahlreiche Zeugenaussagen verweben sich zu einem Roman, der in der Form eines Untersuchungsberichts die Lebensgeschichte einer außergewöhnlichen Frau erzählt, aber auch das Spektrum einer gebeutelten, verängstigten und heuchlerischen Gesellschaft aufzeigt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.04.2011

Mit viel Lob bedenkt Kersten Knipp diesen Roman über die argentinische Diktatur von Maria Teresa Andruetto. Die Geschichte Eva Mondinos, die sich in den 1970er Jahren an linken Protesten beteiligt und 1976 für zwölf Monaten in einem Gefangenenlager interniert wird, erzählt für ihn vom Verlust der Normalität, vom Verlust der Menschlichkeit der Täter und auch der Opfer, von den Schuldgefühlen der Überlebenden und davon, wie totalitäre Herrschaft auch nach ihrem Ende die Opfer weiter quält. Beeindruckt hat ihn nicht nur die "unprätenziöse Eindringlichkeit" des Romans, sondern auch, wie großartig Inhalt, Form und Aussage hier eine Einheit bilden. Knipps Fazit: einer der "besten" Romane über die argentinische Militärdiktatur.
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