Von Mömpelgard nach St. Petersburg. Als Sophie Dorothea von Württemberg (1759-1828) im Alter von knapp 17 Jahren den einzigen Sohn Katharinas der Großen heiratete und den Namen Maria Fjodorowna erhielt, konnte sie nicht ahnen, dass ein Leben voller Schicksalsschläge vor ihr lag: Fünf ihrer zehn Kinder starben vor ihr. Kaiser Paul I., ihr Mann, wurde 1801 ermordet, seinen Tod hat sie nie verwunden. Ihr Sohn Alexander führte jahrelang Krieg gegen Napoleon, ihr Sohn Nikolaus begann seine Regierung mit der Niederschlagung eines Aufstandes, und ihre Töchter, die sie mit europäischen Fürsten verheiratet hatte, wurden in der Fremde nicht immer glücklich. Marianna Butenschön erzählt, wie aus der württembergischen Prinzessin "Dortel" eine der bedeutendsten Herrscherinnen des Hauses Romanow wurde.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.07.2015
Im besten Sinne ungewöhnlich findet Cord Aschenbrenner diese Biografie über die deutschstämmige Romanow-Zarin Maria aus der Feder der Historikerin Marianna Butenschön. Dass die Autorin keine Royalistin ist und russische und europäische Geschichte aus östlicher Perspektive erzählen möchte, merkt er schnell. Schon die Schilderung des Heiratsarrangements zieht ihn in den Bann, ferner die Ausführungen über Marias soziales Wirken, vor allem aber die große Quellenkenntnis der Autorin zu historischen Details sowie ihre Fähigkeit, anschaulich zu erzählen. So entsteht für Aschenbrenner das Bild einer interessanten Persönlichkeit und eines versunkenen Zeitalters.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.07.2015
Tim Neshitov scheint zufrieden mit dieser Biografie über die deutsche Prinzessin Sophie Dorothee Auguste Luise Prinzessin von Württemberg, genannt "Dortel", und ihre Leben am russischen Hof. Die Historikerin Marianna Butenschön entreißt die Prinzessin für Neshitov dem Vergessen. Fundiert, lebendig, mit viel Sympathie, aber genügend Distanz schreibt die Autorin laut Rezensent sogar ein aktuelles Buch, da der Leser, so Neshitov, Russlands Hassliebe zu Europa besser zu verstehen lernt. Wie sich Dortel am Hof durchbeißen musste, Wohltätigkeit pflegte, aber auch ihre reaktionäre Gesinnung, erfährt der Rezensent in diesem Buch.
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