Fünf Jahre nach dem Erscheinen von "Die Arbeitslosen von Marienthal" und nur ein Jahr nachdem sie aus Österreich ausgebürgert worden war, schrieb Marie Jahoda im englischen Exil 1938 diese ethnografische Studie über ein Selbsthilfeprojekt für arbeitslose Bergarbeiter in Wales. In einem Essay erläutert Meinrad Ziegler die historischen Zusammenhänge, in denen diese Studie entstanden ist. Er rekonstruiert Details des untersuchten Projekts und diskutiert es im Lichte der sozialpsychologischen Bedeutung von Arbeit, die Jahoda in den 1980er Jahren theoretisch ausgeführt hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.01.2020
Rezensent Günther Sandner bekommt mit den beiden von J. Bacher, W. Kannonier-Finster und M. Ziegler herausgegebenen Bänden mit Arbeiten der Sozialwissenschaftlerin Marie Jahoda Sozialwissenschaft at its best, selbstkritisch, empirisch genau, sprachlich klar. Auch wenn Sandner manches in den Texten zeitgebunden erscheint, so Jahodas Studie über das Quäkerprojekt mit Arbeitslosen von 1938, bieten sie dem Rezensenten dennoch ein thematisch vielfältiges Bild der Sozialwissenschaft. Die Informationen über den Entstehungszusammenhang der einzelnen Arbeiten nimmt Sandner dankbar auf. Unter den Beiträgen scheinen ihm diejenigen über die McCarthy-Ära in den USA besonders bemerkenswert. Wie sich der Antikommunismus der Regierung auf das Bundesbeamtentum auswirkte, kann der Rezensent hier nachlesen.
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