Aus dem Italienischen von Barbara Pumhösel. "… Lächelt euren Kindern zu, die an euch glauben, und versteckt euer Gesicht unter ihren Umarmungen, damit sie eure Lügen nicht sehen und eure Tränen, versteckt eure Verzweiflung bis zu dem Tag, an dem euch niemand mehr retten kann."
Malanotte - Nächtliche Stimmen aus dem Chaos von Grauen und Gewalt. Sie künden von Schicksalen, Leben in moralischer Dunkelheit, versunken in einer nicht enden wollenden Nacht. Doch manchmal klingt aus der Wehklage eine leise Weise heraus, und kündet von Schönheit, Liebe und dem Wagnis eines Neubeginns.
An Europas Südgrenze begegnet die Dichterin und Polizistin Marilina Giaquinta der Misere der Ausgegrenzten und der
Geflüchteten. Ihre Monologabschnitte wirken mitunter wie eine Faust in die Magengrube. Ihren unmittelbaren Erfahrungen, der direkten Berührung menschlicher Schicksale und gesellschaftlicher Herausforderungen verleiht sie in Ihren Texten und Gesprächen eine poetische Reflexion.
Rezensentin Katja Lückert macht eine Entdeckung. Die italienische Polizistin und Autorin Marilina Giaquinta hat laut Lückert nicht nur etwas zu erzählen über die Nachtgestalten von Catania, sie kennt auch einen Dreh, der dem Leser keine Ruhe lässt: Sie reißt die Handlungen und Figuren nur an und dreht Geschichten im Nu von einer harmlosen Szenerie in einen Alptraum, und ehe sich Lückert versieht, wohnt sie einem Gewaltverbrechen bei. Dass die Übersetzerin Barbara Pumhösel eigene poetische Bilder findet für die dialektalen Eigenheiten und Wortneuschöpfungen im Buch, steigert laut Lückert das Lesevergnügen.
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