Nietzsches Frauenbild umfaßt mehr als die Sätze "Du gehst zu Frauen? Vergiß die Peitsche nicht". Das andere Geschlecht spielt in seiner philosophischen und künstlerischen Entwicklung eine wichtige Rolle. Porträtiert werden: Mutter Franziska, Schwester Elisabeth, Lou Andreas-Salome, Cosima Wagner u.a..
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 21.09.2000
In einer Doppelbesprechung beschäftigt sich Ralf Grötker mit zwei Büchern über das Nietzsches Verhältnis zu den Frauen.
1) Carol Diethe: "Vergiss die Peitsche"
Die Autorin habe ein großes Vorhaben in Angriff genommen, werde diesem aber letztlich nicht gerecht, tadelt Grötker. Diethe wolle nach eigenen Angaben die "Widersprüche von Nietzsches Frauenbild" deutlich machen und untersuche sowohl den Einfluss von Frauen auf das Schaffen Nietzsches als auch, welche Auswirkungen Nietzsches Denken auf Frauen gehabt habe. Einen "durchgehenden Gedanken" allerdings lasse das Buch vermissen, moniert der Rezensent. Es sei eine rein additive "Aufzählung von Frauengestalten", voller "Possen, Klatsch und Tratsch" aber ohne roten Faden. Das findet Grötker zwar mitunter recht unterhaltsam, doch nicht wirklich erhellend.
2) Mario Leis: "Frauen um Nietzsche"
In diesem Band erfahre der Leser etwas über die Schwierigkeiten, die der Philosoph sein Leben lang mit Frauen gehabt hat. In seiner kurzen Betrachtung des Buches lobt Zingg die "ansprechenden" Illustrationen, wenn er auch die etwas "derbe Weise" der Ausführungen tadelt. Dem Autor gehe es vor allem darum, Nietzsche als erotischen Versager herauszustellen, so der Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.05.2000
Der Rezensent mit dem Kürzel "upj" stellt unmissverständlich klar, dass eine Stellungnahme zur "Peitschenfrage" hier nicht im Vordergrund der Betrachtung steht. Auch sonst biete der Band nicht viele neue Erkenntnisse, allerdings lobt der Rezensent, dass man auf ansprechende Weise und in "handlichen Kurzmonographie-Kapiteln" das wichtigste über Frauen wie Cosima Wagner, Lou Andreas Salome, Meta von Salis, Elisabeth Förster-Nietzsche und anderen Frauen um Nietzsche erfahre. Dass dieser "durchaus ein Hahn im Korb gewesen ist", war dem Rezensenten allerdings ebenfalls nicht wirklich neu.
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